„Die Solidarität steht im Fokus am 1. Mai, den wir dieses Jahr in einer absoluten Ausnahmesituation erleben“, erklärte Luise Klemens, die Landesbezirksleiterin von ver.di Bayern: „Und es zeigt sich: Nie war die Solidarität so wertvoll wie heute.“ Eine freie Gesellschaft dürfe gerade in Krisenzeiten den inneren Zusammenhalt nicht verlieren, so Klemens, „denn sonst sind wir verloren“.

Das Leben mit Pandemieplänen, sozialer Distanz sowie Angst um die Gesundheit und die Existenz habe unser Land bereits jetzt verändert. „Wir erleben aber auch viel gegenseitige Unterstützung“, stellte Klemens fest. Sie forderte deshalb „Respekt für die Leistung derer, die unsere Gesellschaft jetzt am Laufen halten, Respekt für unsere Kolleg*innen, die Kranke und Alte versorgen, Respekt für unsere Kolleg*innen im Handel, im Nahverkehr, in den Jobcentern, in der Energieversorgung und vielen anderen Bereichen“. Und dem Respekt müsse natürlich dann auch eine deutlich bessere Bezahlung folgen.

„Wir erleben derzeit eine Politik, die vieles richtig macht, aber wir fordern auch nach, wo es noch mangelt – z. B. bei der Höhe des Kurzarbeitergeldes oder beim Arbeitsschutz“, so Klemens. Besonders unbefriedigend und geradezu ärgerlich sei die bislang noch immer fehlende Unterstützung der Solo-Selbstständigen. „Die Betroffenen unmittelbar in Hartz IV zu schicken ist doch keine angemessene Lösung! Da muss die Politik dringend und schnell nachbessern“, forderte Klemens. Hier könne man sich ein Beispiel am Nachbarn nehmen: „Was Baden-Württemberg kann, muss doch auch in Bayern möglich sein“, betonte die bayerische ver.di-Chefin.

Krisen können nach den Worten von Luise Klemens auch ein produktiver Zustand sein, “wenn wir aus den Stärken und Schwächen lernen, die wir jetzt wie unter einem Brennglas sehen, wenn wir unser Gesundheitssystem, die gesamte Daseinsvorsorge mit neuen Augen sehen und wenn wir unsere Grund- und Mitbestimmungsrechte verteidigen und weiterentwickeln“, so Klemens.

Der 1. Mai stehe seit über 130 Jahren für ein weltweites Netz der Solidarität. „Denken wir in diesen Krisenzeiten also nicht nur an uns, sondern z.B. auch an die Kolleg*innen in anderen Ländern, denen es noch schlechter geht als uns“, mahnte Luise Klemens.

Sie forderte dazu auf, den Tag der Arbeit dieses Jahr zwar leider nicht auf der Straße, sondern virtuell, „aber mindestens genauso solidarisch“ zu feiern. Das diesjährige Mai-Motto treffe dazu den Nagel wie selten auf den Kopf, freute sich Luise Klemens: „Solidarisch ist man nicht alleine!“

ver.di Bayern hat zum 1. Mai Video-Grußbotschaften von Ehren- und Hauptamtlichen gesammelt, darunter auch ein Beitrag von Luise Klemens. Sie finden die Beiträge am Freitag, 1. Mai ab 07:00 Uhr auf https://bayern.verdi.de

Quelle:

ver.di Bayern