Der diesjährige 1.Mai stand weiterhin ganz im Zeichen der Corana-Pandemie. Unter dieser Vorraussetzung und trotz des Versuchs der Behörden unsere Versammlungsfreiheit einzuschränken, waren tausende Menschen auf der revolutionären Demonstration des 1. Mai-Bündnis und dem anschließenden dezentralen Straßenfest unterwegs.

Zusammen mit dem FLINTA* Komitee für einen feministischen Streik,  Ende Gelände Nürnberg und Fridays for Future Nürnberg, haben wir uns mit einem GrünLila-Lauti und  einem lila-grünen Block für Feminismus, Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit beteiligt.

Der kämpferische FLINTA* only Block, hat lautstark eines ganz klar gemacht:

Der 1. Mai ist der internationale Kampftag der Arbeiter*innenklasse. Wir sagen: Es gibt keine wichtigere Arbeit als Care-Arbeit, sei sie bezahlt oder unbezahlt. Und weil Care-Arbeit zum allergrößten Teil von FLINTA* übernommen wird, kann der 1. Mai nur ein feministischer 1. Mai sein. Und das gerade in Zeiten von Corona, in denen FLINTA* verschärft durch patriarchale, kapitalistische Strukturen ausgebeutet und unterdrückt werden. Wir fordern, dass Care-Arbeit nicht nach rassistischen, geschlechtlichen oder klassenbezogenen Strukturierungen verteilt wird! Wir fordern eine Umverteilung und Anerkennung von Care-Arbeit! Küche, Ehe, Vaterland – unsre Antwort Widerstand!

Der grüne all gender Teil,  zusammen mit Ende Gelände Nürnberg und Fridays For Future Nürnberg, hat deutlich gemacht:

Es ist an der Zeit grundlegende Machtstrukturen in Frage zu stellen und gemeinsam ein System zu schaffen, indem sich Menschen gleichberechtigt, auf Augenhöhe und solidarisch begegnen. Ein System das frei von Unterdrückung und Ausbeutung ist. Klimagerechtigkeit bedeutet für uns ganz klar: System change- not climate change!

Im Anschluss an die Demo haben wir uns, zusammen mit Seebrücke, Ende Gelände und dem FLINTA* Komitee am dezentralen Straßenfest in Gostenhof beteiligt.

Zum Schluss noch ein kleiner Auszug unserer kämpferischen Lauti-Moderation:

Wir sind hier um zu zeigen, wir sind unzufrieden mit dem Normalzustand unserer Gesellschaft – was die derzeitige Krise vermeintlich bedingt, ist eine bloße Verschärfungen dessen, was bereits vor der Pandemie für soziale Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Unterdrückung gesorgt hat.

Mit Normalzustand meinen wir die Ausbeutung der Arbeiter*innen während Milliarden Konzerne Gewinne an Einzelne ausschütten – eine Umverteilung von unten nach oben wird selbst während einer globalen Pandemie durchgezogen. Mit Normalzustand meinen wir die Konservierung einer  patriarchalen Rollenverteilung, nicht zuletzt durch sozial-politische Verteilungsregelungen wie bspw. dem derzeitigen Elterngeld. Mit Normalzustand meinen wir eine rassistische Asylpolitik, die so unzählig viele Menschen ausbeutet, diskriminiert, abschiebt und krank macht oder gar in den Tod schickt.

Mit Normalzustand meinen wir die unsägliche Ausbeutung natürlicher Ressourcen, insbesondere im globalen Süden durch wirtschaftsstarken Nationen. In Fortführung kolonialer Machtstrukturen wird die Lebensgrundlage der dort lebenden Menschen durch die Folgen der Klimapolitik zerstört, von der wir profitieren.

Wir wollen keine Symptombekämpfung einzelner Missstände, wir wollen den radikalen Bruch mit dem ganzen scheiß system – vor, während und nach der Pandemie!

Quelle: Interventionistische Linke – Feminismus, Klimagerechtigkeit, Revolution!