Am kommenden Montag beginnt das Arbeitsministerium mit der Verteilung von rund 5,7 Millionen Corona-Schnelltests für alle in Luxemburg Schaffenden an die Betriebe. Dazu wurden 76.000 Betriebe und Selbständige angeschrieben, erklärte Ressortchef Dan Kersch am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Direktor des Patronatsdachverbandes UEL, Jean-Paul Olinger, und den Präsidenten der beiden im Privatsektor repräsentativen Gewerkschaften OGBL und LCGB, Nora Back und Patrick Dury. Alle vier betonten die strikte Freiwilligkeit der »zusätzlichen präventiven Sicherheitsmaßnahme«.

Bis zum 29. Mai sollen die Schnelltests auf COVID-19, für die ein Wattestäbchen dem Minister zufolge »nur in den vorderen Nasenbereich« eingeführt werden muß, verteilt sein. Bei einer durchschnittlichen Testung zweimal pro Woche sollen die Tests bis zu den Sommerferien reichen. Während Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten direkt beliefert werden, wurden Betriebe mit weniger als 500 Beschäftigten eingeladen, zu einem festgelegten Termin und einer festgelegten Uhrzeit in eines der vier Ausgabezentren zu kommen, die jeweils montags bis freitags von 7.30 Uhr morgens bis 18 Uhr abends und samstags von 8 Uhr bis 12 Uhr geöffnet haben. Am Pfingstsamstag sind die Zentren geschlossen.

Das Ausgabezentrum für den Süden des Landes befindet sich in Zolwer beim »Festikuss« in Scheierhaff, das für das Zentrum beim Arca in Bartringen, das für den Norden in der Diekircher Industriezone Zano und das für den Osten in Grevenmacher in der Sporthalle »Op Flohr«.

Mehrmals unterstrich der Arbeitsminister, die Schnelltests seien sowohl für die Betriebe, als auch für jeden einzelnen Schaffenden freiwillig. Kersch verwies das Patronat und die Schaffenden jedoch auf die im Arbeitsrecht verankerte Pflicht, alles zu tun, um die Gesundheit und die Sicherheit der Mitarbeiter bzw. der Arbeitskollegen und von sich selbst zu schützen.

Man habe bewußt darauf verzichtet, ein Gesetz zu verabschieden, das die Betriebe zum Testen verpflichtet, erklärte Kersch weiter. So habe man vermeiden wollen, daß es wie derzeit in Deutschland zu einer Verknappung der Corona-Schnelltests und infolgedessen zu einem Preisanstieg kommt. Bei insgesamt rund 475.000 Schaffenden würden die 5,7 Millionen Corona-Schnelltests für jeweils zwölf Testungen – also bei zwei pro Woche sechs Wochen – reichen, rechnete der Minister vor. Ob sich die Mitarbeiter vor der Arbeit zuhause oder erst vor dem oder in dem Betrieb testen, könnten die Unternehmen selbst entscheiden. Den relativ günstigen Preis von rund anderthalb Euro pro Schnelltest erklärte Kersch damit, daß sie Teil der 50 Millionen Tests seien, die die Regierung mit Mengenrabatt beschafft habe.

Wer positiv getestet wurde, soll zuhause bleiben bzw. sofort nachhause gehen und sich isolieren. Es sei nicht unbedingt nötig, einen Arzt aufzusuchen, man soll sich aber umgehend via Internet zu einem ergebnissichereren PCR-Test anmelden.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek – Testangebot an alle Schaffenden