Fast genau ein Jahr nach der Räumung des queer_feministischen Hausprojekts Liebig34, mitten im anbahnenden ersten Winter der Pandemie, steht die nächste Räumung eines Ortes linker Subkultur an. Bereits vor einem Jahr haben wir dazu aufgerufen, sich solidarisch zu zeigen. Dieser Aufruf und unsere Gedanken sind bis heute brandaktuell.

Seitdem ist viel passiert. Die Meuterei und das Syndi wurden geräumt, der Buchladen Kisch&Ko musste seine Räume verlassen, genau wie Potse und Drugstore. Die Rigaer94 ist akut räumungsbedroht und massiv unter Druck; bis heute sind die Bewohner*innen unverhältnismäßiger Polizeipräsenz und -gewalt ausgesetzt. Profitgetriebene Investoren verdrängen aber nicht nur alternative und linke Räume. Sie machen den Wohnraum in der Stadt auch zunehmend unbezahlbar.

Seit vielen Jahren sind wir in der Stadt- und Wohnraumpolitik aktiv. Immer wieder weisen wir auf die Bedrohung alternativen Lebens hin und auf die prekäre Lage der Menschen in dieser Stadt, in der das Leben immer teurer wird und Wohnraum schon fast ein Luxusgut geworden ist. Mittlerweile wollen viele Berliner*innen, dass sich in der Stadtpolitik etwas radikal ändert. Das hat nicht zuletzt die deutliche Mehrheit für den Volksentscheid „Deutsche Wohnen enteignen“ gezeigt. Und trotzdem sitzen wir schon wieder hier und schreiben den xten Aufruf.

Mit der angesetzten Räumung des Köpi-Wagenplatz droht der nächste alternative Ort zu verschwinden. Ein Ort linker Subkultur, ein Ort gemeinschaftlichen, solidarischen Wohnens. Wieder einmal werden die Kapitalinteressen eines Großinvestors von staatlicher Seite und mit Polizeiaufgebot gegen die Bedürfnisse der Menschen in dieser Stadt durchgesetzt.

Wir rufen daher erneut auf, gemeinsam auf die Straße zu gehen und Solidarität mit dem Køpi-Wagenplatz zu zeigen: Ab Donnerstagabend 14. Oktober, 18 Uhr, Hermannplatz; bzw. Fahrraddemo um 20 Uhr, Schillingbrücke.

Gegen die kapitalistische Verwertungslogik!
Gegen die Zerstörung von linken Freiräumen und Subkultur!
Für eine Stadt von unten! Die Häuser denen die drin wohnen!

Interventionistische Linke Berlin

Infos und Updates zur Situation aus der Køpi:
Web: koepi137.net
Twitter: www.twitter.com/kopibleibt
Telegram: t.me/kopinewsberlin

Quelle: Interventionistische Linke – Køpi bleibt! Gemeint sind wir alle.