Wenn wir die jüngsten Interventionen von Yunior García vor ausländischen Medien lesen, in denen er sich als „Revolutionär“ bezeichnet, oder die Erklärungen der Autoren von Patria y vida, die sich als „Stimme der Stimmlosen“ präsentieren, wird uns klar, dass die Selbstdefinition als Linke die neueste Mode der Konterrevolution ist. In Kuba hat die Rechte keine politische Macht, keine Mobilisierungskraft und genießt auch keine Anerkennung in der kollektiven Vorstellung, so dass die Reaktion weiß, dass sie sich nicht offen als das präsentieren kann, was sie ist, ohne sich der Kritik und Ablehnung auszusetzen.
Außerdem verfolgen sie noch andere Ziele, wenn sie sich selbst als links deklarieren: Sie wollen mit jenen Teilen der internationalen öffentlichen Meinung in Verbindung treten, die die kubanische Revolution aufgrund ihres antiimperialistischen und sozial gerechten Charakters historisch unterstützt haben, um die Grundlage dieser Unterstützung zu untergraben.

Angeblich bewegt von den reinsten Idealen der „Linken“, die sich in „die Stimme des kubanischen Volkes“ verwandelt hat (das sie nicht zu mobilisieren vermag), erklären sie, dass die Revolution längst tot sei, dass an ihrer Stelle eine „Gruppe von Bürokraten, die das Schicksal der Nation an sich reißen“, getreten sei, während sie die wahren Revolutionäre sind.

Es ist offensichtlich, dass die Fakten das Getue nicht stützen. Während die kubanische Regierung inmitten einer gewaltigen imperialistischen Medienoffensive Widerstand leistet und voranschreitet, ohne die Verteidigung der nationalen Souveränität aufzugeben und ohne den Weg zum Sozialismus zu opfern, machen die Vertreter der neuen „Linken“ Folgendes:

– Sie treffen sich lachend mit den prominentesten Vertretern der internationalen Rechten und veröffentlichen in digitalen Medien, die sich den Interessen des Privatkapitals und der interventionistischen Agenda der Vereinigten Staaten unterordnen.
– Sie haben kein auf Gedanken beruhendes Programm, sondern nur die abgenutzte liberale Rhetorik über Demokratie und Rechte, mit der der US-Imperialismus seine interventionistischen Maßnahmen in weiten Teilen der Welt gerechtfertigt hat.
– Sie haben kein politisches Programm, aus dem wir ersehen können, wie sie den effektiven Rechten und historischen Errungenschaften des revolutionären Prozesses Kontinuität verleihen wollen, noch wie sie die Widersprüche des gegenwärtigen kubanischen sozio-politischen Kontextes überwinden wollen, abgesehen von einer Rückkehr zum Kapitalismus, die weder das eine noch das andere ermöglichen würde.
– Sie distanzieren sich nicht vom Söldnertum oder der ausländischen Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten, sondern geben zu, dass sie Unterstützung erhalten, ohne darauf zu achten, woher diese kommt, selbst wenn es sich um terroristische Gruppen mit Sitz in Miami handelt, die seit mehr als 60 Jahren im Hass auf Kuba gefangen sind.

Das ist die Realität der kubanischen Konterrevolution, auch wenn sie zwischen den Zeilen ein paar Phrasen linker Ideologie fallen lassen oder ihr Engagement für soziale Belange erklären. Die Lüge ist sind schlechthin zur Devise für die Ausübung des billigsten politischen Bekehrungseifers geworden.

Quelle: Granma – Links zum Schein