Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Kreisvereinigung Kassel drückt ihre volle Solidarität mit dem Kuratoren-Team und den Macher*innen der documenta15 gegen die in den Medien kolportierten unverantwortlichen Antisemitismus-Vorwürfe aus. Auf der Basis wilder Spekulationen und unzureichend recherchierter Thesen werden die Macher einer Weltausstellung zeitgenössischer Kunst, die den Ruf Kassels in die Welt trägt, denunziert.

Wir müssen es seit Jahren erleben, dass Kritik an israelischer Regierungspolitik in Deutschland pauschal unter den Antisemitismus-Vorwurf gestellt wird. Dass die Akteure des „Bündnis gegen Antisemitismus“ nun auch die documenta15 anzählen würden, war fast schon zu erwarten, da die Kuratoren auch ein Künstlerteam aus Palästina zur documenta15 eingeladen hat.

Es ist jedoch in keiner Weise akzeptabel, wenn Vertreter der regionalen und überregionalen Presse mit mehrseitigen Berichten in das gleiche denunziatorische Horn stoßen. Es ist ein journalistisches Armutszeugnis, wenn einfach nur die Vorwürfe seitenweise abgeschrieben werde, ohne – wie in dem seriösen Beitrag des Monopol-Magazins geschehen – zu hinterfragen, auf welcher Faktenlage solche Anschuldigungen erhoben werden.

Hier zeigt sich einmal mehr, wie schwer sich die Kasseler „Kunstwelt“ mit der Verschiebung der eurozentrierten Perspektive der documenta tut. Hatte man schon bei der documenta14 den politischen Anspruch, der sich aus der Perspektiverweiterung nach Athen ergab, mit teils unterirdischer Kritik missbilligt, versucht man diesmal die Kuratoren der documenta15 mit der „Antisemitismus-Keule“ gefügig zu machen.

Dagegen verwahren wir uns in aller Scharfe. Wir haben in allen vorbereitenden Gesprächen erleben können, dass diese documanta15 eine klare antirassistische Ausrichtung hat. Es ist eines der Ziele dieser documenta15, eine breite Einbindung gesellschaftlicher Kräfte zur Förderung der Anerkennung von Diversität zu leisten. Damit wird die Kunstausstellung zur Weiterentwicklung der Stadtgesellschaft beitragen.
Wir erwarten von der Stadt, dem Land und den anderen Aufsichtsgremien der documenta, dass sie sich gegen diese Denunziationen unterstützend auf die Seite des Kuratoren-Teams stellen.