Díaz-Canel begrüßt Evo Morales: „Ich freue mich sehr, dass du hier bist“

„Ich bin sehr froh, dass du hier bist.” Dies war die Atmosphäre, die der Erste Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei und Präsident der Republik, Miguel Díaz-Canel Bermúdez, am Samstagnachmittag mit seinem Freund Evo Morales Ayma teilte, als er den besonderen Besucher im Palast der Revolution empfing.

In Begleitung von Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla sowie Eugenio Martínez Enríquez, Generaldirektor für Lateinamerika und die Karibik innerhalb des kubanischen Außenministeriums (Minrex), dankte der Staatschef dem ehemaligen Präsidenten des Plurinationalen Staates Bolivien für seine Anwesenheit auf der 30. Internationalen Buchmesse in Havanna, die, wie er sagte, wegen „des Buches, das du vorstellen wirst”, an Bedeutung gewinnt.

Díaz-Canel Bermúdez spielte damit auf den Band Evo: Operation Rettung: Ein geopolitischer Plot in 365 Tagen an, der von Alfredo Serrano Mancilla, dem Exekutivdirektor des Lateinamerikanischen Strategischen Zentrums für Geopolitik (Celag), verfasst wurde und der den Ablauf der schwierigen Saga erzählt, die sich abspielte, um Evo nach dem Staatsstreich von 2019 lebend aus Bolivien zu bringen.

„Wir haben miterlebt, wie aktiv du mit der gesamten MAS (Movimiento al Socialismo) und in der ganzen Arbeit mit der Bevölkerung warst und wie du den bolivianischen Prozess unterstützt hast”, sagte Díaz-Canel-Bermúdez zu dem Indigena-Führer und fügte hinzu: „Für uns, für das kubanische Volk war es sehr inspirierend zu sehen, wie das bolivianische Volk durch seinen Widerstand angesichts des Putsches die Demokratie gerettet hat.“

Der Präsident sagte dem Freund: „Wir haben von der bolivianischen Regierung Beispiele der Zuneigung und Unterstützung erhalten. Wir folgen dir auf Twitter und müssen dir ständig dafür danken, dass du der kubanischen Revolution immer den Rücken gestärkt hast.”

Der Gastgeber sprach auch über die aktuelle Situation in Kuba, das von einer imperialen und verschärften Blockade betroffen ist, und über die heroische Tatsache, dass wir die Epidemie von COVID-19 „mit unseren eigenen Impfstoffen” bekämpft haben. Und er verwies auf einen Planeten, der unter bewaffneten Konflikten leidet – ein komplexes Szenario, in dessen Mitte Kuba, wie Díaz-Canel erklärte, seine Wirtschafts- und Sozialstrategie ständig aktualisiert.

Das Staatsoberhaupt reflektierte über die Medienoffensive des Imperialismus gegen die fortschrittlichen Prozesse in Lateinamerika und die dafür eingesetzten Mittel und teilte mit dem bolivianischen Expräsidenten seine Gewissheit über den Wert der täglichen Arbeit: „Indem wir jeden Tag arbeiten, überwinden wir die Widrigkeiten, davon überzeugt, dass wir es für uns selbst tun müssen.”

Eine unvergessliche Lektion: nicht nachgeben

Kurz vor dem Empfang durch den Ersten Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei und Präsidenten der Republik, Miguel Díaz-Canel Bermúdez, erklärte sich die Führungspersönlichkeit der Bewegung zum Sozialismus (MAS), Evo Morales Ayma, zu einem Gespräch mit einem Journalistenteam der Präsidentschaft bereit.

Gefragt, wie er sich bei seinem Besuch auf der Insel fühle, sagte der ehemalige Mandatsträger Boliviens, er sei „sehr glücklich, wieder in Kuba zu sein und den Präsidenten sowie das ganze revolutionäre kubanische Volk zu besuchen“.

Nach Kuba zu kommen gebe stets viel Kraft, viel Energie, betonte Evo Morales, für den das karibische Land „den Kampf für das Leben, für die Einheit” repräsentiert – jene Einheit, die „ein Vermächtnis von Fidel, von Hugo (Chávez), von unseren Märtyrern wie Martí, wie Bolívar und wie Túpac Katari in Bolivien” ist.

Er äußerte nachdrücklich seinen Respekt und seine Bewunderung für das revolutionäre kubanische Volk. Zu seiner Teilnahme an der 30. Internationalen Buchmesse in Havanna und zu dem Text, den er vorstellen wolle, sagte er, dass er eingeladen worden sei, das Werk gemeinsam mit seinem Autor vorzustellen, „um zum Ausdruck zu bringen, dass der Putsch des Imperiums für das Lithium ein Schlag gegen die indigene Bewegung, die soziale Bewegung und gegen unser Wirtschaftsmodell“ war.

Evo prangerte an, dass „wir in kurzer Zeit gezeigt haben, dass ein anderes Bolivien möglich ist, dass eine andere Welt möglich ist, dass hingegen das Imperium nicht akzeptiert, dass die sozialen Bewegungen an der Spitze der indigenen die wirtschaftliche und soziale Situation in Bolivien verändern können”.

„Wir werden dies bei der Vorstellung des Buches ausführlich erläutern”, fügte er hinzu, „aber das Buch wurde auch geschrieben, damit es nie wieder einen Staatsstreich geben wird”.

Sie haben am Samstagmorgen das Fidel-Castro-Ruz-Zentrum besucht. Was waren Ihre Eindrücke?

„Das Fidel-Castro-Zentrum ist wirklich beeindruckend. (…) Fidel ist Fidel. Ich glaube nicht, dass es noch einen Fidel auf der Welt gibt, und ich erinnere mich immer daran, dass Fidel mich gelehrt hat: >Evo, wir müssen das Wenige, das wir haben, teilen<“

Morales betonte: „Es gibt so viele Dinge über Fidel zu sagen … Dank des Lebens, dank der Revolution, hatte ich die Möglichkeit, mehrmals mit Fidel zu sprechen und viel von ihm zu lernen. Das Kennenlernen des Zentrums soll uns Kraft für den antiimperialistischen Kampf geben.“

Wenn Sie auf den Punkt bringen sollten, welche Lehre der Comandante en Jefe Ihnen für das Leben und für den Kampf als Revolutionär erteilt hat, was würden Sie uns sagen?

„Nie aufgeben“

Der MAS-Vorsitzende erzählte, wie der historische Führer der kubanischen Revolution bei der Gründung der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (CELAC) ihn angerufen und gesagt habe: „Evo, kümmere dich darum! Hier geht es um eine Befreiung Lateinamerikas und der Karibik.”

Es sei ein unvergessliches Telefongespräch gewesen, das mehr als eine halbe Stunde gedauert habe. „Fidel war glücklich und zufrieden.”

Evo bekundete, dass er von Fidels Fähigkeit zur Solidarität beeindruckt gewesen sei, die auch angesichts der kriminellen Blockade Kubas nie nachgelassen habe. „Dieses Engagement”, sagte er, „ist ein Vermächtnis für künftige Generationen: der Kampf für Souveränität, für die Unabhängigkeit der Staaten, für Freiheit und Würde zusammen mit unserer Identität. Darum verkündet unsere Generation ein plurinationales Amerika der Völker und für die Völker angesichts der unmoralischen, kriminellen Monroe-Doktrin >Amerika den Amerikanern<.“

Quelle: Granma Internacional