Wäre der Name Luxemburg nicht im Zusammenhang mit den »Panama Papers« genannt worden, wäre das mehr als eine Überraschung gewesen. Immerhin ist das Steuerparadies Luxemburg nicht nur ein sicherer Hafen für Banken und  Finanzgesellschaften, um die Vermögen von reichen Familien und internationalen Konzernen diskret und kostengünstig zu bunkern, sondern auch, um von hier aus in anderen Steueroasen finanzielle Reichtümer in Briefkasten- und Offshore-Gesellschaften zu verstecken, ohne dass die wirklichen Besitzer in Erscheinung treten.

Zu den ersten Enthüllungen, die augrund der »Pamama Papers« gemacht wurden zählt, dass gleich mehrere Banken und Finanzgesellschaften aus Luxemburg mit der Kanzlei Mossack & Fonseca, die auch eine Niederlassung in Luxemburg hat, zusammenarbeiteten und im Steuerparadies Panama fleißig  Briefkastenfirmen für ihre Kunden gründeten.

Dazu gehören eine Filiale der »Banque Internationale à Luxembourg« (BIL) mit dem Namen Experta Corporate & Trust Servicebanque«, die bei der Gründung von 1.500 Offshore-Firmen mitwirkte, die »Banque J. Safra-Luxembourg S.A.« mit 1.000 Briefkastenformen, die »Société Générale Bank & Trust Luxembourg« und die Landsbanki Luxembourg S.A.« mit jeweils 400 Offshore-Gesellschaften.

Aber das ist nur die Spitze des Eisberges und gibt einen kleinen Einblick darin, wie skrupellos der ganz gewöhnliche Kapitalismus funktioniert, denn die Gründung von Offshore-Gesellschaften ist im Rahmen dieses Systems selbstverständlich ebenso legal wie die Ausbeutung der Arbeitskraft.

A.R., Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek