Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park. Foto: RedGlobeWir dokumentieren nachstehend eine Erklärung des Berliner Bündnisses für Soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde e.V. (BüSGM):

Verschiedenen Presse- und Mediemeldungen entnhmen wir, dass das Bezirksamt Treptow-Köpenick erwägt, eine Genehmigung für das »Lollapalooza-Festival« im Treptower Park zu erteilen. Das Rockkonzert soll am 10. und 11. September stattfinden. Es musste ein Ausweichstandort für das Tempelhofer Feld gefunden werden, wo das legendäre Rock-Festival aus den USA im vergangenen Jahr seine Europapremiere hatte, weil in den Hangars des ehemaligen Flughafens Flüchtlinge untergebracht sind.

Es ist ein Skandal und eine Kulturschande, ein Rockkonzert auf dem Rasen oder in der Nähe dieser politisch historischen Grabstätte in Erwägung zu ziehen. Ganz zu schweigen von der gesetzlich vorgeschriebenen Totenruhe auf Grabstätten, die durch Beschädigung und Lärmbelästigung der Anlagen (§ 168 Abs. 2, StGB) verletzt wird.

Ein Rockkonzert im Treptower Park bedeutet außerdem eine Missachtung der Menschenwürde und von historischen Errungenschaften, die an den Sieg der Alliierten über den deutschen Faschismus erinnern, der allen europäischen Ländern, einschließlich Deutschland, über 50 Millionen Tote auf Schlachtfeldern, in Konzentrationslagern, davon allein 27 Millionen Menschen in der damaligen Sowjetunion, gekostet hat.

Dieses Rockkonzert ist eine Schmähung der Opfer der im Treptower Park beerdigten Soldaten, die ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus gegeben haben. Ein Rockkonzert im Treptower Park ist eine nicht hinzunehmende Provokation, die nicht nur dem Ansehen Deutschlands unauslöschlichen Schaden zufügen wird, sondern auch den rechten, faschistischen Kräften in Deutschland weiterhin Auftrieb gibt.

Wir fordern das Bezirksamt von Treptow-Köpenick auf, die Genehmigung für dieses Konzert zu versagen bzw. zurückzunehmen. Die Bezirksverordneten werden aufgefordert, auf das Bezirksamt entsprechend einzuwirken.