Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat begrüßt, dass die Corona-Überbrückungshilfe für Studierende bis zum Ende des Wintersemesters verlängert wird, aber deutliche Nachbesserungen verlangt. „Die grundsätzliche Kritik an diesem Förderinstrument bleibt: Der Höchstbetrag von 500 Euro reicht in den meisten Hochschulstädten gerade einmal für die Miete. Das Verfahren ist immer noch zu bürokratisch: Jeden Monat muss ein neuer Antrag gestellt werden. Die Verlängerung der Überbrückungshilfe ist ein Feigenblatt. Es verbirgt nicht, dass weiter keine echte Hilfe für Studierende in der Pandemie gibt“, sagte Andreas Keller, stellvertretender GEW-Vorsitzender und Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung, mit Blick auf die heutige Information des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

„‘Auf Sicht zu fahren‘, ist schon lange nicht mehr die richtige Krisenstrategie. Aber wenn man dabei auch noch die Augen vor der tatsächlichen Not der Studierenden verschließt, führt diese Strategie in eine Bildungskatastrophe“, betonte Keller. „Die Hilfe sollte auf bis zu 861 Euro, das entspricht dem BAföG-Höchstsatz, aufgestockt, die Bewilligungsvoraussetzungen müssen stark vereinfacht werden. Um die Studienfinanzierung krisenfest zu machen, erwarten wir von der Großen Koalition noch in dieser Wahlperiode eine BAföG-Reform, die die Bedarfssätze deutlich anhebt, die Ausbildungsförderung auf Vollzuschuss umstellt und die Elternfreibeträge anhebt. Alle jungen Menschen, die keine reichen Eltern haben, müssen sozial abgesichert werden, damit sie erfolgreich studieren können“, unterstrich GEW-Vize Keller.

Quelle: GEW – GEW: „Corona-Hilfe für Studierende bleibt Feigenblatt“