Die ver.di-Tarifkommission hat ein am Freitagnachmittag übermitteltes Verhandlungsangebot der Arbeitgeber für die Vivantes-Tochtergesellschaften als unzureichend zurückgewiesen. „Die Streiks bringen Bewegung in den Tarifkonflikt. Zum ersten Mal überhaupt hat Vivantes das Ziel einer Angleichung der Löhne und Arbeitsbedingungen an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) akzeptiert. Sie bieten an, das TVöD-Niveau erst im Jahre 2028 zu zahlen. Damit sollen die Beschäftigten sieben Jahre hingehalten werden. So lange können sie nicht mehr warten. Daher ist dieses Angebot vollkommen unzureichend und muss deutlich nachgebessert werden, damit es verhandlungsfähig ist“, sagt die stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin Susanne Feldkötter.

So wird in dem Arbeitgeberpapier zwar als Ziel die Erreichung des TVöD-Niveaus benannt – allerdings erst 2028 und unter Vorbehalten. „2028 ist viel zu lange hin, die Beschäftigten bekämen noch viele Jahre für die gleiche Arbeit weniger Geld. Und dann wird die Angleichung an den TVöD auch noch von der wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen abhängig gemacht. So etwas kann keine Gewerkschaft unterschreiben“, betont der ver.di-Sekretär Kristof Becker. Ein konkreter Stufenplan zur Angleichung an den TVöD fehle, ebenso die Werte für Zuschläge und anderes. So sei es kein Angebot, sondern eine leere Hülle. Wo die Offerte konkret wird, sei sie völlig unzureichend, so lägen die angebotenen Tabellenentgelte zum Teil noch weit weg vom TVöD.

„Das Angebot bietet keinen Anlass, den Streik auszusetzen“, sagt Meike Jäger ver.di-Fachbereichsleiterin Gesundheit bei ver.di in Berlin und Brandenburg. Deshalb habe die mit ehrenamtlichen Beschäftigten besetzte Tarifkommission der Gewerkschaft am Freitagnachmittag beschlossen, den Streik am Montag unbefristet fortzusetzen. Am Wochenende werde in den Vivantes-Tochtergesellschaften planmäßig nicht gestreikt. „Trotz des enttäuschenden Angebots sind und bleiben wir verhandlungsbereit. Wir haben Vivantes angeboten, am Sonntag und Montag weiter zu verhandeln. Am Sonntag wird nicht gestreikt. Es gibt daher keinen Vorwand, an diesem Tag nicht zusammenzukommen“, so Meike Jäger. ver.di sei bereit, über einen Stufenplan zur Angleichung an den TVöD zu verhandeln. „Die Beschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften brauchen eine konkrete, verbindliche und zeitnahe Perspektive für gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Bis das erreicht ist, machen wir weiter Druck.“

Quelle: ver.di Berlin-Brandenburg – ver.di weist Arbeitgeberangebot für Vivantes-Töchter zurück – Streiks gehen Montag weiter