Von Robert Krotzer, KPÖ, Stadtrat für Gesundheit und Pflege in Graz

Daß es uns gelungen ist, mit einem Plus von über 8 Prozent und mit über 29 Prozent als Kommunistische Partei stärkste Partei in der zweitgrößten Stadt Österreichs zu werden, ist auch für uns eine große Sensation. Dieses Ergebnis ist aber nur zu erklären mit der jahrzehntelangen Arbeit der KPÖ für die arbeitenden Menschen in unserer Stadt und all jene, die keine finanzstarke Lobby hinter sich haben.

Seit vielen Jahren haben wir als KPÖ einen Mieternotruf für alle Fragen rund ums Wohnen, aber auch zu unseren Sozialberatungen kommen tausende Menschen im Jahr in die KPÖ-Büro im Rathaus oder auch ins Volkshaus. Dabei versuchen wir, Menschen zu ihrem Recht zu verhelfen – gegenüber Behörden, im Arbeitsleben oder auch gegenüber Immobilienfirmen.

Zugleich helfen wir aber auch ganz konkret, auch mit unseren eigenen Gehältern. Für Mandatarinnen und Mandatare der KPÖ gilt eine Gehaltsobergrenze entsprechend einem Facharbeiterlohn, zwei Drittel unseres Einkommens verwenden Elke Kahr und ich, um Menschen in Notlagen zu unterstützen.

Die Art der eng mit den Menschen verbundenen Politik, um die wir uns in allen Lebensbereichen bemühen, ist sicher ein wichtiger Faktor für das aktuelle Wahlergebnis in Graz. Auf den vielen, vielen Infoständen der KPÖ war ein großer Unmut der Menschen zu spüren über die Abgehobenheit vieler Politiker auf Bundes- wie auf Stadtebene, die nur für wenige Lobbygruppen Politik machen. Viele Menschen haben zu uns gesagt: »Ihr seid die einzige Partei, die für die Menschen da ist« – und die allermeisten verbinden damit jahrelange, oft jahrzehntelange Erfahrungen mit der Arbeit unserer Partei.

Eine unserer Losungen dabei lautet »Wir alle sind Graz«, damit meinen wir die arbeitenden Menschen in all ihrer Vielfalt, egal woher jemand kommt. Wir bemühen uns alltäglich um ein breites gesellschaftliches Bündnis, in dem Solidarität, gegenseitige Hilfe und auch Widerständigkeit gelebt werden. Wenn viele Menschen zusammen für ihre eigenen Interessen eintreten und zugleich die Erfahrung machen, daß niemand zurückgelassen wird, verringert das den Spielraum für rechte und chauvinistische Propaganda. Sehr bezeichnend war in diesem Zusammenhang die Aussage des Spitzenkandidaten der FPÖ, der am Sonntag zum Wahlerfolg der KPÖ offen meinte, er zweifle daran, ob die Wählerinnen und Wähler immer recht haben.

Für uns ist das Wahlergebnis und das Vertrauen, das uns zehntausende Menschen unserer Stadt damit gegeben haben, ein sehr großer Auftrag, den wir mit großem Respekt und Verantwortung, aber auch mit Lust auf Veränderung gemeinsam mit der Bevölkerung in den kommenden Tagen, Woche und Monaten angehen wollen.

 

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek – Verantwortung und Lust auf Veränderung