Die Mexiko-Reise von Rodrigo Granda (häufig auch als Rodrigo Granada bezeichnet), einem ehemaligen Kommandanten und Mitglied der Internationalen Kommission der FARC-EP, endete Mitte dieser Woche mit seiner Verhaftung und Umkehr nach Kolumbien. Die Einwanderungsbehörde am Flughafen der Hauptstadt Bogotá verweigerte ihm die Einreise zu einem Seminar der linken Arbeiterpartei in Mexico, zu der er eingeladen worden war. Daraufhin beschuldigten Mitglieder der Partei Comunes den kolumbianischen Präsidenten, einen bei Interpol hinterlegten Haftbefehl aktiviert zu haben. Die kolumbianische Regierung teilte mit, dass es sich um ein Ersuchen Paraguays wegen Entführung, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und vorsätzlicher Tötung handelte. Rodrigo Granda hätte darüber bescheid wissen müssen, so die Regierung.

Granda traf mit einer Delegation unter der Leitung von Rodrigo Londoño, Timochenko, dem Vorsitzenden der aus der Guerilla heraus entstandenen Partei Comunes, in Mexiko-Stadt ein. Hier traten die Probleme auf und mit einem Flug zurück nach Kolumbien hatte seine Reise ein jähes Ende. Dieser Vorfall schürt erneut die Angst vor Verhaftungen von ehemaligen Mitgliedern der Guerilla, obwohl sie sich mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens der Prozess der Wiedereingliederung auch in juristischen Fragen unterworfen haben. Der ehemalige Guerilla-Kommandant Carlos Lozada sprach von einer „eindeutigen Verletzung des Friedensabkommens, das sie zerreißen wollen.“ Rodrigo Granda wollte mit einer entsprechenden Erlaubnis der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (JEP) reisen, dem Gericht, das für die schwersten Verbrechen des bewaffneten Konflikts zuständig ist und wesentlicher Bestandteil des Friedenabkommens ist.

Paraguay beschuldigt die ehemalige FARC-EP und damit indirekt auch Granda als internationaler Vermittler der Entführung und Ermordung der paraguayischen Staatsbürgerin Cecilia Cubas Gusinky, die 2005 nach fünfmonatiger Entführung tot aufgefunden wurde. Rodrigo Granda erlangte internationale Bedeutung, als er 2004 von kolumbianischen Behörden in Venezuela festgenommen wurde, was zum Abbruch der Beziehungen zwischen den Regierungen von Álvaro Uribe und Hugo Chávez führte. Drei Jahre später wurde er im Rahmen eines humanitären Austauschs freigelassen, der von der internationalen Gemeinschaft organisiert wurde, um Gefangene aus den Händen der FARC-EP zu befreien. Granda sagte, dass die Anschuldigungen gegen ihn wegen des Todes von Cubas „ein Plan“ seien. Jedenfalls dürften sie das Misstrauen in den Friedensabkommen weiter schüren.

Quelle: Widerstand in Kolumbien – Vorläufige Festnahme von Granda