An Ostermontag fand – in der Tradition der Ostermärsche – erstmals seit Beginn der Covid-Pandemie wieder ein Friedensmarsch in Luxemburg statt. Organisatoren der Friedensdemonstration waren der OGBL und die »Friddensplattform«, denen sich als einzige politischen Parteien die Kommunistische Partei Luxemburgs (KPL) und déi Lénk angeschlossen hatten.

Etwa 300 Manifestanten demonstrierten für einen Stopp des Krieges in der Ukraine und aller anderen Kriege (in Äthiopien, Irak, Jemen, Sudan, Syrien…). »Schluß mit diesem Angriffskrieg Russlands!« forderte Frédéric Krier vom OGBL und verlangte von der Luxemburger Regierung, sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und auf allen Ebenen für ein Einstellen der Kämpfe in der Ukraine und eine diplomatische Lösung einzusetzen. Die aber schickt Waffen, um das Regime in Kiew zu unterstützen.

»Feier gëtt net mat Feier bekämpft!« hieß es richtig auf dem Plakat einer Demonstrantin. Im Widerspruch dazu steht die Haltung von Teilen der Friedensplattform und von déi Lénk, die Waffenlieferungen an die Ukraine nicht ablehnen. Bekanntlich führen die USA und die NATO, welche den Maidan-Putsch von 2014 mit Milliarden Dollar unterstützten, inzwischen massive Waffenlieferungen an die Ukraine durch.

Doch die systematische Expansion der NATO bis an die Grenzen Russlands und die Verantwortung der NATO für die seit Jahren anwachsenden Spannungen im Osten Europas und in der Ukraine fanden keinen Eingang in die Ansprachen der Redner. Lediglich die KPL machte auf einem ihrer Transparente mit der Aufschrift »Géint Krich an NATO – Fir Fridden an Ofrëschtung« darauf aufmerksam.

Einig waren sämtliche Teilnehmer sich hingegen darin, dass der Krieg gestoppt werden muss, Diplomatie statt Kriegshysterie erfordert ist, alle Massenvernichtungswaffen abgeschafft werden müssen, eine konsequente Klimapolitik erfolgen muss, soziale Gerechtigkeit geschaffen werden muss und ein solidarisches Zusammenleben erfordert ist.

Der Krieg in der Ukraine dürfe nicht mißbraucht werden, um Sozialabbau in Luxemburg vorzunehmen und den Index zu manipulieren, so der Redner des OGBL. Die Redner von »Youth for Climate« wiesen ihrerseits auf den Widerspruch von Aufrüstung und Krieg einerseits und Klimaschutz andererseits hin und forderten Anstrengungen, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu mindern.

An die Regierung erging unter anderem der Aufruf, den Militärhaushalt nicht zu erhöhen, sich dem Atomwaffenverbotsvertrag der UNO anzuschließen und sich konsequent für die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzusetzen.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek