Der 25. November ist als Tag gegen Gewalt an Frauen ein Tag, an dem auf dieses Phänomen aufmerksam gemacht wird, was auch heuer nach wie vor oder wegen der Sondersituation mit Krise und Lockdown noch mehr von Relevanz ist. Denn die Gewalt findet in der Regel im Nahfeld, vielfach in Partnerschaften oder der Familie statt und eben nicht durch Fremde auf der Straße. Wenn es durch Außenfaktoren zu einer angespannteren Situation – Lockdown, Quarantäne, Krankheit, Arbeitslosigkeit etc. – kommt, nimmt somit die Zahl der Übergriffe tendenzielle zu. Dies zeigt sich auch in aktuellen Forschungen. Expertinnen und Experten gehen auch von einer steigenden Dunkelziffer aus, diese wird auf über 65 Prozent beziffert. Aber auch unabhängig davon ist die Zahl der Frauen, die von Gewalt betroffen sind zu hoch; jede fünfte Frau ist seit ihrem 15. Lebensjahr körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Sogar jede 3. hat seit ihrem 15 Lebensjahr eine Form von sexueller Belästigung erfahren. 2019 sind 39 Frauen in Österreich umgebracht worden, 2020 bereits 20.

Das Frauen häufiger zu Opfern familiärer und im Haushalt stattfindender Gewalt werden und dies kaum thematisiert wird, hängt mit den vorherrschenden gesellschaftlichen Bedingungen zusammen. Der Kapitalismus macht sich die patriarchal überkommen Strukturen zu nutzen und die Frau wird als minderwertig und vielfach ökonomisch abhängig konstruiert. Zweiteres ist sie auch vielfach, da feminisierte Bereich durch schlechtere Löhne charakterisiert sind, die kaum ein eigenständiges Leben insbesondere mit Kindern ermöglichen. Alleinerzieherinnen sind nicht zufällig eine der Gruppen, die am häufigsten von Armutsrisiken betroffen sind. Die Unabhängigkeit der Frau bildet jedoch die Basis für ihre Emanzipation und die Einhaltung ihrer Rechte.

Quelle: Zeitung der Arbeit/Zeitung der Arbeit/Autonome Österreichische Frauenhäuser

Quelle: Zeitung der Arbeit – Gewalt gegen Frauen in Österreich