Trotz einer Verbesserung der Lage will die Regierung die derzeit gültigen Maßnahmen und Beschränkungen zur Eindämmung der Coronapandemie um weitere drei Wochen bis zum 21. Februar verlängern. Details würden kommende Woche mitgeteilt, erklärten Premierminister Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert am Freitag auf dem Briefing nach dem Ministerrat.

»Die Maßnahmen greifen«, sagte Bettel. Dank der Disziplin der Allermeisten kämen derzeit pro Tag durchschnittlich 137 neu nachgewiesene Infektionen pro 100.000 Einwohner hinzu und auch in den Krankenhäusern habe sich die Lage mit 14 Intensivpatienten entspannt. Da sich die in Britannien entdeckte Coronavirusvariante auch in Luxemburg verbreite, sei es für Lockerungen aber noch zu früh.

Derzeit ist die Gastronomie geschlossen, von 23 Uhr abends bis 6 Uhr morgens gilt eine Ausgangsbeschränkung und es dürfen nur maximal zwei Personen aus einem anderen Haushalt zu Besuch kommen. Hingegen ist der Einzelhandel seit 11. Januar unter Auflagen geöffnet, in den Schulen läuft Präsenzunterricht und auch Kultureinrichtungen und Sportstätten dürfen mit Einschränkungen wieder öffnen.

Bettel sagte, die Verbreitung der infektiöseren Virusmutationen mache allen EU-Staaten zu schaffen, das sei am Donnerstag beim per Videoschalte durchgeführten EU-Gipfel deutlich geworden. In Luxemburg sei die britische Mutante bislang bei zwölf Infizierten nachgewiesen worden. Der Premier kündigte an, von Einreisenden aus dem Ausland künftig die Vorlage eines aktuellen negativen Coronatests zu verlangen. Das grenzüberschreitende Reisen werde nicht verboten, man plane aber Einschränkungen. Gerade für den hiesigen Gesundheitssektor seien offene EU-Binnengrenzen lebenswichtig. Außenminister Jean Asselborn sei mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und dem saarländischen Landeschef Tobias Hans im Gespräch, um den kleinen Grenzverkehr für Berufspendler aufrechtzuerhalten. Im Einklang mit seinen Amtskollegen in EU-Europa hält es der Premier für verfrüht, Geimpften Erleichterungen bei den Coronamaßnahmen zuzugestehen. Man warte noch auf verläßliche Daten. Auch sei auf dem EU-Gipfel vorgeschlagen worden, von Reiserückkehrern einen negativen Coronatest zu fordern. Ob auch Luxemburg eine solche Regelung einführt, werde am Montag auf einem weiteren Ministerrat entschieden.

Gesundheitsministerin Lenert erklärte, »die negative Tendenz von Dezember« sei gebrochen. Derzeit lägen wir bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner unter dem Durchschnitt von EU, Frankreich und den Niederlanden. Auch der Anteil der positiven Testes sei mit 1,6 Prozent »nicht schlecht«. Bislang seien 5.655 Personen zum ersten Mal und 1.242 zweimal geimpft worden, bis Ende März sollen es 43.500 sein. Voraussetzung sei aber, daß die Hersteller wie bestellt liefern. Bislang seien 19.500 Dosen des Biontech-Vakzins eingetroffen, das zusammen mit 1.200 Dosen von Moderna zur zweimaligen Impfung von rund 10.500 Personen reiche. Das Vakzin von AstraZeneca solle bis Ende Januar zugelassen werden, die Regierung werde schon jetzt bestellen. Vier von zehn zur Impfung Eingeladenen (40,9 Prozent) hätten das freiwillige Angebot angenommen.

Ministerin Lenert gab zu bedenken, die Verbreitung der britischen Mutante könne wieder zu steigenden Infektionszahlen auch in Luxemburg führen. »Das Risiko ist real. Wir können das nicht ignorieren.« Es sei schwer zu sagen, was die Zukunft bringe.

oe

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek – Corona-Maßnahmen werden bis 21. Februar verlängert