März 2021: Fast ein Jahr lang hat das Corona-Virus die Welt nun fest im Griff und unsere Regierenden stolpern von einem Lockdown in den nächsten. Eine ernsthafte Strategie sieht anders aus. Das Impfen als ein möglicher Ausweg wird den Gewinnen der Konzerne untergeordnet. Auch andere große Unternehmen werden trotz Arbeitsplatzabbau mit Hilfen überschüttet wie TUI, Lufthansa, Galeria-Kaufhof und Automobilkonzerne. Die Menschen, die täglich arbeiten müssen, um Menschen zu helfen, werden mit Risiken und ihren Ängsten weitgehend allein gelassen.

Vor allem Frauen gehören zu den Risikogruppen: Sie arbeiten in Berufen, die am stärksten von Corona-Infektionen betroffen sind, in der Kinderbetreuung (90 Prozent Frauenanteil) und der Pflege (75 Prozent Frauenanteil). Diese „systemrelevanten“ Berufe sind unterbezahlt und personell unterbesetzt.

Frauen in der Armutsfalle

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung stellte im Mai 2020 fest, dass die Auswirkungen der Pandemie am Arbeitsmarkt Frauen stärker treffen als Männer. Anders als in der letzten großen Krise 2008/2009 sind dieses Mal Branchen stärker von Kurzarbeit betroffen, in denen der Frauenanteil besonders groß ist, wie zum Beispiel im Gastgewerbe, dem Friseurhandwerk und im Einzelhandel. Hier gibt es meist Teilzeitverträge, Verträge mit einer Mindeststundenzahl und Minijobs. Das Kurzarbeitergeld fällt entsprechend niedrig aus. Geringfügig Beschäftigte – mehr als 60 Prozent sind Frauen – sind komplett von der Kurzarbeit ausgenommen. Für Minijoberinnen gibt es keinen Rettungsschirm.

Zurück an den Herd

Auch eine andere Folge der Corona-Maßnahmen trifft Frauen besonders hart: Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wurden die Care-Arbeiten wieder verstärkt ins Private verlegt. Kinderbetreuung und Home-Schooling blieben nach der Schließung von Kitas und Schulen überwiegend den Frauen überlassen – ein Rollback mit entsprechenden Lohneinbußen. In Haushalten mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren reduzierte in der Pandemie etwa jede dritte Frau ihre Arbeitszeit. Bei Männern beträgt der Anteil 16 Prozent. Im Ergebnis verfestigen sich alte Rollenbilder: Frauen werden zurück in die Hausarbeit gedrängt.

Finanzielle Sorgen, beengte Wohnverhältnisse und ganztägige Kinderbetreuung haben viele Menschen an ihre Grenzen gebracht. Häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder und psychische Krankheiten haben im Lauf des letzten Jahres erheblich zugenommen.

Die Bundesregierung setzt inmitten einer tiefen Wirtschaftskrise, die lange vor der Pandemie begonnen hat, auf die Rettung von Banken und Konzernen. Die Krisenlasten werden auf die Werktätigen abgewälzt. Hunderttausende verlieren ihre Arbeit. Eine neue Armutswelle kommt auf uns zu. Besonders betroffen sind Frauen.

In dieser Krise gilt es, gemeinsam zu kämpfen: Gegen das Abwälzen der Krisenlasten, für die Rechte der Frauen. Solidarische Kämpfe sind in Bereichen mit prekärer Beschäftigung besonders schwer zu organisieren. Wir brauchen Solidarität zwischen Männern und Frauen, zwischen Kernbelegschaften und Leiharbeiterinnen und geringfügig Beschäftigten.

  • Frauenrechte wurden immer erkämpft, niemals geschenkt.
  • Heraus zum 8. März!
  • Heraus zum Internationalen Frauentag!

 

Quelle: UZ – Unsere Zeit – Gemeinsam kämpfen in der Krise