Am kommenden Donnerstag starten die Ostermarsch-Aktionen der Friedensbewegung. Aufgrund der Pandemie finden die Ostermärsche auch in diesem Jahr unter schwierigen Bedingungen statt. Viele Ostermarsch-Veranstalter planen in diesem Jahr stationäre Kundgebungen oder weichen auf Menschenketten aus, um ausreichend Abstand zwischen den Teilnehmenden zu wahren. In anderen Städten finden die Ostermärsche virtuell statt und in einigen Städten (Siegen, Ellwangen, Gifhorn und Miesbach) entfallen die diesjährigen Ostermärsche. Das Netzwerk Friedenskooperative ruft alle Ostermarschierenden dazu auf, sich über Ostern verantwortungsvoll für Frieden und Abrüstung einzusetzen und bei den Veranstaltungen die von den Behörden konzipierten Hygienekonzepte einzuhalten. Auch weist das Netzwerk Friedenskooperative auf die Möglichkeit hin, sich vor der Teilnahme testen zu lassen.

Bei den Veranstaltungen werden die weiterhin steigenden Rüstungsausgaben und Pläne zur Anschaffung bewaffneter Drohnen kritisiert sowie der Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag gefordert. Das Netzwerk Friedenskooperative stellt auch 2021 wieder umfangreiche Informationen rund um die Osteraktionen der Friedensbewegung sowie ein virtuelles Mitmach-Angebot unter www.ostermarsch.de zur Verfügung.

„Zum zweiten Mal werden die Ostermärsche unter Pandemie-Bedingungen durchgeführt und trotz dieser schwierigen Lage gibt es in mehr als 100 Städten Ostermarsch-Aktivitäten. Das zeigt, wie wichtig es den Menschen ist, sich für Frieden und Abrüstung einzusetzen.“, erklärt Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative. „Wir rufen dazu auf, verantwortungsvoll an den Ostermarsch-Aktionen der Friedenbewegung teilzunehmen, entweder mit Masken und viel Abstand auf der Straße oder virtuell von zu Hause aus.“, so Golla weiter.

Informationen zu den Ostermärschen 2021 Überblick

Eine Übersicht über die dezentral organisierten Oster-Aktivitäten der Friedensbewegung stellt das Netzwerk Friedenskooperative zur Verfügung unter: https://www.friedenskooperative.de/termine-ostermaersche-2021-nach-bundesland

Alternativer Ostermarsch: Auf der Aktionswebsite www.ostermarsch.de sammeln Friedensbewegte Fotos ihrer kreativen Aktionen und erstellen damit ein virtuelles Friedenszeichen.

Themen der Ostermärsche 2021

Die Ostermärsche 2021 stehen im Zeichen der bevorstehenden Bundestagswahl. Im Mittelpunkt steht in vielen Städten die Forderung nach der Abkehr von der 2-Prozent-Vorgabe der NATO. Gerade die Pandemie hat gezeigt, dass die immer weitere Erhöhung der Militärausgaben kein sinnvoller Beitrag für unser aller Sicherheit ist. Gefordert werden stattdessen Investitionen in zivile Bereiche wie den Gesundheits- und Pflegebereich, die Bildung und den sozialverträglichen ökologischen Umbau.

Ein weiteres zentrales Thema der diesjährigen Ostermärsche wird der Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) sein. Nachdem der Vertrag im Januar in Kraft getreten ist und mittlerweile von mehr als 50 Staaten ratifiziert wurde, kritisieren Friedensgruppen umso heftiger die anhaltende Blockadehaltung der Bundesregierung gegenüber diesem wegweisenden Vertrag sowie das Festhalten an der nuklearen Teilhabe.

Außerdem wird die Drohnendebatte bei den Ostermärschen ein wichtiges Thema werden. Im letzten Jahr ist es Dank den vielfältigen Stimmen aus der Zivilgesellschaft gelungen, die Pläne der Großen Koalition zur Bewaffnung von Drohnen für die Bundeswehr vorerst zu stoppen – mit diesem positiven Durchbruch ist auch die weitere Beteiligung der Bundesrepublik an der Entwicklung der bewaffnungsfähigen Eurodrohne sowie des „Future Combat Air System“ (FCAS) in Frage gestellt. Die Friedensbewegung setzt sich für ein Ende der bisherigen Drohnen-Projekte und für Bemühungen zu deren Kontrolle, Abrüstung und Ächtung ein. Auch 2021 werden die Ostermärsche in lokaler und regionaler Verantwortung organisiert.