Die Tarifverhandlungen im nordrhein-westfälischen Einzelhandel gehen am Donnerstag (27.5.) in Düsseldorf in die zweite Runde. ver.di erwartet ein faires Angebot für die rund 700.000 Beschäftigten, nachdem der Verhandlungsauftakt ohne eigenes Arbeitgeberangebot beendet wurde. „Dass die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt haben, hat die Beschäftigten nach einer ersten Enttäuschung sehr erzürnt. Sie leisten unermüdlich ihren Beitrag dazu, dass die Bevölkerung trotz Pandemie mit allem Lebensnotwendigen versorgt ist. Ihre klare Erwartung ist deshalb, dass dem Klatschen auf den Balkonen Taten folgen“, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer.

Eine deutliche Antwort hatten bereits landesweit Streikende aus rund 60 Betrieben des Einzelhandels bei ersten Warnstreiks gegeben. ver.di fordert für die Beschäftigten des Einzelhandels 4,5 Prozent plus 45 Euro mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung und ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Außerdem fordert die Gewerkschaft von den Arbeitgebern die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

„Trotz der Krise hat der Einzelhandel im Jahr 2020 den höchsten Umsatz seit über zwei Jahrzehnten eingefahren. Die Arbeitgeber sollten die Menschen hinter diesen Zahlen nicht vergessen. Der Ball liegt eindeutig in der Hälfte der Arbeitgeber: Sie haben die Möglichkeit, den Konflikt mit einem wertschätzenden und fairen Angebot zu beenden. Höhere Löhne zum Schutz vor Armut und Altersarmut sind der Dank, der bei den Menschen ankommt und den die Beschäftigten jetzt zu recht erwarten“, so Zimmer abschließend.

Quelle: ver.di NRW – „Dem Klatschen müssen Taten folgen“ – Beschäftigte im Einzelhandel erwarten ein faires Angebot