Zum heutigen Start des Regelbetriebs an den Berliner Schulen fordert ver.di, den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten an den Berliner Schulen nicht aus den Augen zu verlieren – noch ist aber kein schlüssiges Konzept der verantwortlichen Behörden erkennbar.

Infolge eines Gerichtsbeschlusses des Berliner Verwaltungsgerichts gegen das Wechselmodell hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) dem Druck zur Öffnung der Schulen nachgegeben. Knapp zwei Wochen vor den Sommerferien kehren die Berliner Schulen damit am heutigen 9. Juni 21 nach nur einer Woche Vorbereitungszeit wieder in den Regelbetrieb zurück.

„Bei allem Verständnis für die betroffenen Kinder und Eltern, die Schulen wieder für alle zu öffnen, bleibt unklar, welche Konsequenzen das für die Beschäftigten an den Schulen haben wird“, sagt Andrea Kühnemann, stellvertretende Landesbezirksleiterin von ver.di Berlin Brandenburg.

Denn laut Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie befinden sich aktuell über 1.000 Beschäftigte aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe noch nicht wieder im Dienst. Viele Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte sind noch nicht vollständig geimpft, andere erhalten ihre Erstimpfung erst in den nächsten Wochen. Angesichts des Personalmangels ist daher mit einer Mehrbelastung der vor Ort Arbeitenden zu rechnen.

Neben dem laufenden Schulbetrieb in vollen Lerngruppenstärken gilt zudem weiterhin die Testpflicht für Schüler, die vielerorts Lehrkräfte und Erzieherinnen gewährleisten müssen. Niesende Kinder, die ihre Maske für den Test absetzen, stellen für die Beschäftigten ein erhöhtes Infektionsrisiko dar. „Der Schutz der Beschäftigten muss für die Senatsverwaltung oberstes Gebot sein. Leider können wir aber bisher kein bis zum Ende durchdachtes Schutzkonzept der Behörden feststellen“, sagt Andrea Kühnemann.

Mit sinkenden Inzidenzwerten und steigenden Temperaturen stehen Öffnungen in immer mehr Bereichen des gesellschaftlichen Lebens bevor. Ausgewählte Berliner Freibäder haben wieder geöffnet, mit dem Auslaufen der Home-Office-Pflicht Ende Juni werden viele Beschäftigte in die Dienststellen und an die Arbeitsplätze zurückkehren müssen. Bibliotheken und Bürgerämter werden wieder mit mehr Publikumsverkehr konfrontiert.

ver.di fordert daher für alle Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge keine überstürzten Öffnungen, die zur Vernachlässigung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für die Beschäftigten führen.

Quelle: ver.di Berlin-Brandenburg – Regelbetrieb an Berliner Schulen startet