Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zeigt sich verhalten optimistisch, mit dem Universitätsklinikum Charité zeitnah in Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung einsteigen zu können. In Sondierungsgesprächen versuchen beide Seiten derzeit, sich auf konkrete Mindestpersonalbesetzungen in den Stationen und Bereichen zu verständigen. Am Samstag soll in einem Spitzengespräch geklärt werden, ob reguläre Verhandlungen mit der Perspektive einer raschen Einigung aufgenommen werden können. „Wir setzen große Hoffnungen darauf, an der Charité jetzt schnell zu einer Verständigung zu kommen. Die Delegierten der Stationsteams tragen nicht nur den Streik, sie engagieren sich auch sehr dafür, konstruktive Lösungen vor Ort zu finden“, erklärt die ver.di-Verhandlungsführerin Meike Jäger.

Die Gewerkschaft hat dem kommunalen Klinikkonzern Vivantes ebenfalls ein solches Vorgehen vorgeschlagen, um weitere Arbeitsniederlegungen möglichst schnell unnötig zu machen. „Die Vivantes-Geschäftsführung geht darauf formell zwar ein, wir haben jedoch die Sorge, dass sie weiterhin auf Zeit spielt und an einer schnellen Beilegung des Konflikts nicht interessiert ist“, sagt Jäger. So habe der Arbeitgeber erst für Dienstag und Mittwoch jeweils nur vierstündige Verhandlungstermine angeboten. „Jeder Streiktag bedeutet Einschränkungen für die Menschen in dieser Stadt. Auch für die Streikenden selbst ist die Situation belastend. Vor diesem Hintergrund kann man von beiden Seiten erwarten, dass sie alles für eine schnelle Einigung am Verhandlungstisch tun. Wir sind dazu bereit.“

Ebenfalls zurückhaltend zeigen sich die Arbeitgeber bei den Vivantes-Tochtergesellschaften. „Endlich sollen die Verhandlungen über die Anwendung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) auf alle Beschäftigten der Vivantes-Töchter am Samstag wieder aufgenommen werden. Doch die Arbeitgeber wollen das in drei Stunden abhandeln“, berichtet Ivo Garbe, der für ver.di die Verhandlungen in den Vivantes-Tochterunternehmen führt. „Wir setzen darauf, in dieser Verhandlungsrunde die Grundlage für eine Einigung zu legen. Und eine solche Herangehensweise erwarten wir auch von den Arbeitgebern.“

Quelle: ver.di Berlin-Brandenburg – Sondierungen an der Charité zur Beilegung des Tarifkonflikts