Zum geplanten Corona-Bonus im Gesundheitswesen erklärt Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand:

„Die besonderen Leistungen und Belastungen der Beschäftigten im Gesundheitswesen während der Corona-Pandemie zu würdigen, ist absolut angebracht. Wenn allerdings viele Beschäftigte leer ausgehen, wird die gute Absicht zunichtegemacht. Das zentrale Problem der Prämie ist die Begrenzung der Ausgaben auf insgesamt eine Milliarde Euro. Das reicht hinten und vorne nicht. Beschäftigte, die nichts bekommen, werden das als Affront empfinden.

Die Regelungen sind unzureichend und ungerecht. Selbst in den Krankenhäusern, in denen ein Bonus gezahlt werden soll, werden Berufsgruppen außerhalb der Pflege ausgeschlossen. Und wie will die Bundesregierung begründen, dass Beschäftigte in den anderen Krankenhäusern, im Rettungsdienst, in Psychiatrien, in Reha-Kliniken und in der Behindertenhilfe keine finanzielle Anerkennung bekommen sollen? Dafür gibt es schlicht keine überzeugenden Argumente. ver.di fordert deshalb nachdrücklich, die finanziellen Mittel deutlich anzuheben, um damit die Leistung aller Beschäftigten im Gesundheitswesen während der Pandemie zu würdigen.

Am Ende kommt es aber vor allem darauf an, für die Beschäftigten nachhaltige Verbesserungen zu schaffen. Es braucht mehr Personal und vor allem in der Altenpflege eine flächendeckend faire Vergütung. Als wichtiges Signal muss Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach unverzüglich die PPR 2.0 als Personalbemessungssystem auf den Weg bringen.“

Quelle: ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft