Ab Donnerstag, den 25. März 2021, 17:30 Uhr, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die rund 1.000 Beschäftigten von TEREG, einem Tochterunternehmen der Hochbahn AG, zum Streik bis Freitag, den 26. März, 14:00 Uhr auf. Hauptstreitpunkt ist die Einführung des von der Politik seit 2018 angekündigten Hamburger Mindestlohns von 12 Euro pro Stunde und die entsprechende Erhöhung der übrigen Entgeltgruppen. Zusätzlich fordert ver.di Mehrarbeitszuschläge ab der 1. Stunde und eine Erhöhung der Nachtzuschläge.

Zwar bietet die TEREG nach vier Verhandlungsterminen die Einführung des Hamburger Mindestlohnes in der untersten Entgeltgruppe zum 1. Juli 2021 an, jedoch ohne weitere signifikante Lohnentwicklungen in den nächsten drei Jahren. Außerdem werde der Lohnabstand zwischen den untersten Entgeltgruppen abgeschafft. Dies ist für die Beschäftigten inakzeptabel.

Während die meisten Menschen schlafen, reinigen die Beschäftigten von TEREG unter anderem die U-Bahnen, die Busse und die Haltestellen, damit tausende Hamburgerinnen und Hamburger sich morgens in sauberen öffentlichen Verkehrsmitteln sicher durch die Stadt bewegen können. Trotz Corona-Pandemie scheint für die Verantwortlichen die Bedeutung von Hygiene und Sauberkeit im öffentlichen Personennahverkehr – wo täglich tausende Menschen auf engstem Raum zusammenkommen – nicht besonders groß zu sein. Sonst würde man den Beschäftigten einen Lohn anbieten, der zum Überleben in dieser Stadt auch reicht“, so Irene Hatzidimou, Gewerkschaftssekretärin im Fachbereich Verkehr bei ver.di Hamburg.

„ver.di fordert saubere Tarife, damit es auch weiterhin saubere Haltestellen, Busse und Bahnen gibt. Dies ist zentraler Bestandteil eines attraktiven ÖPNVs. Mit dem Hochbahnabschluss von 2020 wurde ein erster Schritt gemacht, jetzt müssen die anderen Bereiche in der Lohnentwicklung nachziehen.“, sagt Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei ver.di Hamburg.

„Schon 2018 hatte der  Erste Bürgermeister Tschentscher versprochen, bis 2020 bei allen öffentlichen Unternehmen einen tariflichen Mindestlohn von 12 Euro zu vereinbaren. Den Beschäftigten heute 12 Euro für die nächsten drei Jahre anzubieten ist eine Farce. Der Gipfel ist nun, dass die Hochbahn damit droht, wegen der Einführung der 12 Euro die Wettbewerbsfähigkeit der TEREG zu prüfen und eine neue Gesellschaft mit der Reinigung zu beauftragen. Deswegen sagen die Beschäftigten ‚Wir machen das nicht mehr mit‘! Die Hochbahn-Tochter TEREG muss sich jetzt zu ihrer sozialen Verantwortung bekennen“, kritisiert Sieglinde Frieß, stellvertretende Landesbezirksfachbereichsleiterin bei ver.di Hamburg.

Quelle: ver.di Hamburg – ver.di – Streik bei Hochbahn Tochter TEREG