Nach ersten Warnstreiks am vergangenen Dienstag (11.5.) im Einzelhandel im Raum Köln und am Mittwoch (12.5.) im Einzelhandel im Raum Hagen sowie im Groß- und Außenhandel in Hamm, erhöht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nun weiter den Druck. Am Freitag (14.5.) gehen deshalb in Ratingen die Warnstreiks im Bereich des Lebensmittelhandels in die 3. Runde. ver.di fordert für die rund 700.000 Beschäftigten des Einzelhandels 4,5 Prozent plus 45 Euro mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung und ein Mindeststundenentgelt von 12,50 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Außerdem fordert ver.di von den Arbeitgebern die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit (AVE) der Tarifverträge.

Historische Belastung in der Pandemie wird von starkem Umsatz begleitet:

„Wie schon am Dienstag und Mittwoch werden die Kolleginnen und Kollegen auch am Freitag in Ratingen zeigen, dass Sie bereit sind, den Druck auf die Arbeitgeberseite durch ihre Streikbereitschaft zu erhöhen – auch unter Corona-Bedingungen“, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer. „Der Einzelhandel hat das höchste Umsatzwachstum seit 1994 erreicht. Das gilt nicht nur für den Lebensmittelhandel, sondern auch für andere Teilbranchen, wie beispielsweise den Elektroeinzelhandel, Baumärkte und den Möbeleinzelhandel. Die Arbeit im Einzelhandel ist äußerst belastend – in Zeiten der Pandemie erst recht. Die Beschäftigten stehen jeden Tag im Geschäft und halten den Laden am Laufen“, so Zimmer weiter.

„Sie sind tagtäglich mit dem Virus und der Angst vor Ansteckung konfrontiert. Hygienestandards werden nicht immer und überall eingehalten. Trotzdem machen sie unermüdlich weiter und versorgen uns mit allem Lebensnotwendigen. Dafür haben sie eine dauerhafte Verbesserung ihrer Entgelte mehr als verdient. Höhere Entgelte sind der sicherste Schutz vor Armut und Altersarmut. Wer das noch nicht versteht, braucht genau jetzt dieses deutliche Zeichen!“

Die Verhandlungen werden am 27. Mai fortgesetzt.

Quelle: ver.di NRW – Tarifrunde Einzelhandel NRW: Warnstreiks gehen in Ratingen in die 3. Runde