Am kommenden Montag, dem 27. September 2021 um etwa 11:00 Uhr werden die Tarifverhandlungen über Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen für die rund 60.000 Beschäftigten im Hamburger Groß- und Außenhandel in der vierten Verhandlungsrunde fortgesetzt. Die Erwartungen auf Seiten der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) sind hoch, denn das bisher vorliegende Angebot der Arbeitgeber ist für die Beschäftigten absolut unzureichend und damit nicht akzeptabel.

ver.di Verhandlungsführerin Heike Lattekamp: „Trotz einer guten wirtschaftlichen Ausgangslage in der Branche bieten die Arbeitgeber bisher nur Reallohnverlust. Richtig wütend hat die Beschäftigten gemacht, dass die Arbeitgeber einerseits nur 1,5% ab März 2022 angeboten haben, aber der Arbeitgeberverband andererseits seinen Mitgliedsfirmen bereits eine Erhöhung von 2 % ab 01. Dezember 2021 empfiehlt. Die Verbandsempfehlung ist somit besser als das uns vorgelegte Angebot. Damit heizt der Arbeitgeberband den Tarifkonflikt weiter an. Wer solche Angebote (s.u.) vorlegt, schadet den Beschäftigten. Wir erwarten Bewegung bei den Arbeitgebern und ein deutlich verbessertes Angebot, das Respekt und Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten zum Ausdruck bringt.“

Die Arbeitgeber boten bislang folgende Tariferhöhungen an (Laufzeit: 24 Monate, 01.05.2021 bis 30.04.2023):

• Ab 1. März 2022 um 1,5%

• Ab 1. November 2022 um weitere 1,0%

Für wirtschaftlich starke Unternehmen und solche, die in Folge der Pandemie geschädigt wurden, sollen die Tariferhöhungen vier bis sechs Monate früher bzw. später gelten. Zudem zahlen wirtschaftlich starke Unternehmen im Juni 2021 eine nicht tabellenwirksame Einmalzahlung von 150 €.

Die Tarifforderungen von ver.di Hamburg:

– Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 %, mindestens jedoch um 155 Euro,

– Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 70 €,

– die neuen Tarifverträge sollen für eine Laufzeit von 12 Monaten vereinbart werden.

Außerdem fordert die Gewerkschaft von den Arbeitgebern die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge, damit diese für alle Betriebe in der Branche gelten. Nur so lassen sich Tarifflucht und Dumpinglöhne verhindern. Die Tarifverhandlung beginnt um ca. 11 Uhr und finden coronabedingt in digitaler Form statt.

Quelle: ver.di Hamburg – Groß- und Außenhandel vor der vierten Verhandlungsrunde