Bei der sechsten Verhandlungsrunde am Montag, dem 8. November 2021 für die rund 1.300 nichtärztlich beschäftigten Mitarbeiter/innen der Asklepios Fachkliniken an den Standorten in Brandenburg (Havel), in Teupitz und in Lübben und in 10 Tageskliniken ist es erneut zu keiner Tarifeinigung gekommen. Die ver.di-Tarifkommission hatte als Kompromiss für eine Tarifeinigung vorgeschlagen, die Entgelte im gekündigten Haustarifvertrag ab 1. April 2022 auf 95 Prozent des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD), den Asklepios den Beschäftigten der Asklepioskliniken in Hamburg und in Göttingen zahlt, anzuheben. Damit ist die ver.di-Tarifkommission gegenüber Asklepios um 5 Prozentpunkte entgegengekommen. Die Anhebung auf 95 Prozent wurde aber von Asklepios als viel zu hoch abgelehnt. Die ver.di-Verhandlungskommission hat gefordert, dass es eine spürbare Angleichung an die Tariflöhne, die Asklepios in Hamburg und in Göttingen zahlt, geben muss.

Asklepios und ver.di verständigten sich, die Tarifverhandlungen am Dienstag, dem 16. November 2021 fortzusetzen. „Eine deutliche Bewegung durch die Arbeitgeber von Asklepios war bei den Tarifverhandlungen am heutigen Montag nicht zu verspüren. Asklepios verweigert die Angleichung an 95 Prozent des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst“, so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer.

Die ver.di-Tarifkommission berät daher, wann wieder zu weiteren Streiks aufgerufen wird. Der letzte Streik war für sechs Tage geplant und wurde von der ver.di-Tarifkommission für die Wiederaufnahme nach vier Tagen ausgesetzt.

Seit April 2021 führen ver.di und die Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH Tarifverhandlungen für die 1.300 nicht ärztlich beschäftigten Mitarbeiter/innen an den Fachkliniken in Brandenburg an der Havel, Teupitz und Lübben. Inzwischen wurde schon an 22 Tagen gestreikt. In einer Urabstimmung Anfang Oktober hatten über 90,8 Prozent der abstimmungsberechtigten ver.di-Mitglieder für einen unbefristeten Streik votiert.

Das Management will die Beschäftigten in Brandenburg für die gleiche Arbeit mit teilweise bis zu 10.600 Euro weniger pro Jahr auch in den kommenden Jahren deutlich schlechter bezahlen als in seinen Hamburger Kliniken. In Hamburg bezahlt das Management den und rund 12.500 Asklepios-Beschäftigten Tariflohn nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). ver.di ist nicht länger bereit, bis zu 21 Prozent Lohnunterschied zu den Tariflöhnen, die bei Asklepios-Kliniken im Hamburg gelten, zu akzeptieren. Die Beschäftigten wollen in Brandenburg zu den gleichen Konditionen arbeiten und bezahlt werden wie ihre Asklepios-Kolleginnen und Kollegen in Hamburg. Heute müssen sie umgerechnet bis zu elf Tage mehr pro Jahr arbeiten bei bis zu 21 Prozent weniger Entgelt. Dabei ist die Bezahlung der Krankenhausleistungen und der psychiatrischen Krankenhäuser bundesweit einheitlich. Es gibt also keine wirtschaftliche Rechtfertigung dafür, die Krankenhaus- und Psychiatriebeschäftigten in Ostdeutschland schlechter zu bezahlen als in Westdeutschland und ihnen den TVöD zu verweigern, so wie es Asklepios derzeit tut. Der Abstand zu den Tarifentgelten beim Städtischen Klinikum Brandenburg, beim Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam und bei den Vivantes-Kliniken und bei der Charité in Berlin ist genauso hoch wie zu den Asklepios Kliniken in Hamburg.

Die 150 ärztlichen Beschäftigten der Asklepios Fachkliniken in Brandenburg erhalten mit einem Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund aber schon 100 Prozent des Flächentarifvertrages für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern.

Quelle: ver.di Berlin-Brandenburg – Keine Einigung bei Tarifverhandlungen für die Asklepios Fachkliniken in Brandenburg