Am heutigen Montag (30.11.) setzt die Gewerkschaft ver.di, die am vergangenen Donnerstag begonnenen Arbeitsniederlegungen an den Standorten in Rheinberg und Werne fort. Auch im sächsischen Leipzig und in den beiden Versandzentren im hessischen Bad Hersfeld traten die Beschäftigten wieder in den Streik.

Der Arbeitskampf dauert bis zum morgigen Dienstag an. Damit intensiviert die Gewerkschaft ihren Arbeitskampf bei dem Online-Riesen im beginnenden Weihnachtsgeschäft und im Rahmen der Rabatt-Events Black-Friday und Cyber Monday. Ver.di fordert von Amazon die Tarifverträge des Einzelhandels zu unterzeichnen und einen Tarifvertrag zu „Guter und Gesunder Arbeit“ abzuschließen.

Für die Landesbezirksfachbereichsleiterin für den Handel bei ver.di NRW, Silke Zimmer, ist die starre Haltung des Konzerns nicht nachvollziehbar: „In diesen Tagen hat Amazon als Teil des sogenannten Black Fridays und Cyber Mondays enorme Rabatte angeboten und sorgt damit für hohe Umsätze und viel Stress bei den Beschäftigten. Diese Sonderbelastung bereits zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts wird leider nach wie vor nicht angemessen bezahlt. Anstatt die Beschäftigten endlich nach Tarif zu bezahlen, sollen ihnen im Weihnachtsgeschäft lediglich Bonuszahlungen in Höhe von 2 Euro pro Stunde geboten werden, und das auch erst ab dem 09. Dezember. Diese sollen auch nur ausgezahlt werden, wenn die Beschäftigten nicht krank werden. Eine Anwesenheitsprämie in Pandemiezeiten ist völlig deplatziert, da sie einerseits der Gesundheit von Beschäftigten nicht zuträglich ist, wenn diese sich trotz Krankheit zur Arbeit schleppen. Andererseits erhöht sich damit das Infektionsrisiko auch für die gesunden Kolleginnen und Kollegen. Tarifverträge, die für den stationären Einzelhandel gelten, müssen erst recht für den Online-Handel gelten.“

Quelle: ver.di NRW – Streiks an den Amazon-Standorten in NRW werden fortgesetzt