Trotz der Corona-Lage soll die traditionelle Demonstration zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin auch in diesem Jahr stattfinden. Wie es auf der Homepage ll-demo.de heißt, habe das Vorbereitungsbündnis »nach kontroverser Debatte« auf seiner Sitzung am 4. Januar mehrheitlich beschlossen, die Demonstration am kommenden Sonntag, 10. Januar, durchzuführen. Der Auftakt findet statt um 10 Uhr auf der Frankfurter Allee, Ecke Warschauer Straße.

Auch die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) hat ihre Mitglieder aufgerufen, wie geplant auf die Straße zu gehen. In einer Mail des Parteivorstandes an die Genossinnen und Genossen heißt es, man werde an die Ermordung der kommunistischen Arbeiterführer am 15. Januar 1919 erinnern. »Ausschließlich mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz« werde man »im Sinne von Rosa und Karl gegen Krieg und Krise zum Friedhof der Sozialisten ziehen«.

Was allerdings an der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde sein wird, ist unklar. Die Berliner Linkspartei, die normalerweise das »stille Gedenken« dort anmeldet, hat die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Auf der Homepage der Partei Die Linke heißt es dazu: »Der Geschäftsführende Landesvorstand hat sich nach intensiver Abwägung zu diesem Schritt entschlossen. Ausschlaggebend war für uns die weiterhin sehr kritische Corona-Lage in Berlin. Leider sind die Infektionszahlen nach wie vor zu hoch und auch die Berliner Krankenhäuser sind mit Corona-Patienten extrem ausgelastet.

In der aktuellen Situation sind wir alle angehalten, unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, um die weitere Verbreitung des Corona-Virus zu vermeiden und insbesondere unsere älteren Mitmenschen, Freunde und Familienangehörige zu schützen. Diese Situation wird vermutlich noch einige Zeit bestehen bleiben. Wir halten es daher aus gesundheitlicher und politischer Sicht nicht für verantwortlich, unser jährliches Gedenken in der bekannten Form mit mehreren tausend Teilnehmer*innen im Januar durchzuführen.« Da ein ersatzloses Streichen des Gedenkens jedoch keine Option sei, wolle man es voraussichtlich am 14. März 2021 nachholen.

Quellen: ll-demo.de, Die Linke Berlin, DKP Berlin, taz, Neues Deutschland / RedGlobe