Hamburg 

Tarifkommission fordert mehr Lohn und Gehalt für Beschäftigte im Hamburger Einzelhandel!

Die Leistungen der Einzelhandelsbeschäftigten – auch und gerade in Zeiten der Pandemie – verdienen Respekt und Wertschätzung. Deshalb hat die ver.di – HH – Tarifkommission gestern am späten Abend ihre Forderung nach Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütung beschlossen.

Die Forderungen im Einzelnen:

  • Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 % plus 45 Euro im Monat
  • Erhöhung der Löhne in den unteren Beschäftigtengruppen auf ein rentenfestes Mindesteinkommen von 12,50 Euro pro Stunde
  • Laufzeit der Tarifverträge: 12 Monate
  • Allgemeinverbindlichkeit der Hamburger Tarifverträge, um Dumpingkonkurrenz und Verdrängungs-        bzw. Vernichtungswettbewerb und damit Dumpinglöhne zu verhindern

Für tarifgebundene Krisenunternehmen/-betriebe will ver.di HH durch differenzierte Unternehmenstarifverträge Lösungen zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung erreichen.

Die Umsätze im Einzelhandel sind trotz Pandemie im vergangen Jahr um 5,7 Prozent gestiegen. Die Branche hat damit im elften Jahr in Folge ein Umsatzwachstum zu verzeichnen.

„Dieses Umsatzplus ist keineswegs ausschließlich auf den Versand- und Internethandel zurückzuführen“ erklärt Heike Lattekamp, ver.di Verhandlungsführerin für den Einzelhandel in Hamburg.

Auch im stationären Einzelhandel ist der Umsatz im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent gestiegen.

„Trotz der Ängste und Sorgen um ihre Gesundheit und ihre finanzielle Zukunft haben die Beschäftigten im Einzelhandel im letzten Jahr im Verkauf, an der Kasse und im Lager hart gearbeitet. Sie waren während der Pandemie für die Daseinsvorsoge da und trugen dazu bei, dass die Umsätze generiert wurden. Dafür verdienen sie Respekt und Wertschätzung, vor allem durch Löhne und Gehälter, von denen sie ihr Leben bestreiten können“, so Lattekamp weiter.

„Wer ein Leben lang arbeitet, muss zudem eine Rente über dem Grundsicherungsniveau erhalten. Eine solche Rente bekommt aber nur, wer über 45 Jahre ein monatliches Entgelt von mindestens 2.100 Euro bezieht. Deshalb ist ein Mindestentgelt von 12,50 Euro der erste Schritt zu diesem Ziel.“

Zudem richtet ver.di erneut die Forderung an die Arbeitgeberseite, gemeinsam die Tarifverträge des Einzelhandels für allgemeinverbindlich erklären zu lassen. So soll gegen Lohndumping in der Branche vorgegangen werden.

„Mit der Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Tarifverträge würde dem verschärften Unterbietungswettbewerb der Branche, der letztendlich durch eine Reduzierung der Personalkosten auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird, entgegen gewirkt“, betont Heike Lattekamp.

Der Tarifvertrag über Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen sowie der Tarifvertrag Warenverräumung für die rund 70.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Hamburger Einzelhandel wurde bereits im Februar zum 30. April 2021 gekündigt.

Quelle: ver.di Hamburg – Tarifkommission Handel fordert mehr Lohn und Gehalt für Beschäftigte im Einzelhandel!

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