Berlins Krankenhausbewegung hat heute Nachmittag vor dem Roten Rathaus klargemacht: Entweder steigen die Arbeitgeber jetzt, mit unterstützendem Rückenwind durch die Politik, in ernsthafte Tarifverhandlungen ein, schließen mit ver.di bis zum 20. August einen Tarifvertrag Entlastung und einen Tarifvertrag für die Vivantes- Tochterunternehmen auf TVöD-Niveau ab – oder die Kolleg*innen sind einen Monat vor den Wahlen bereit, in den Streik zu treten. Eine große Mehrheit der betroffenen Beschäftigten unterstützt dieses Anliegen in ihrer heute an Arbeitgeber und Politik übergebenen Petition. 8.397 Unterschriften sprechen eine klare Sprache.

„Die Pandemie hat gezeigt, dass nicht die Betten zählen, sondern das Personal, das die Patient*innen versorgt. Mit unserem Kampf für einen Tarifvertrag Entlastung haben wir in diesem Jahr die Chance, unsere Arbeitsbedingungen in Berlin so deutlich zu verbessern, dass unsere Kolleg*innen im Beruf bleiben und sogar bereits Ausgestiegene wieder zurückkommen“, sagt Silvia Habekost, Anästhesiepflegefachkraft bei Vivantes.

„In den Gesprächen, die ich führe, merke ich, wie die Hoffnung steigt, dass wir mit geschlossener Stärke wirklich etwas bewegen können. In den nächsten 100 Tagen werden wir noch stärker werden. Von den Arbeitergebern wollen wir jetzt etwas anderes hören als, das geht nicht‘“, ergänzt Meike Jäger, die ver.di-Verhandlungsführerin.

Jetzt schon unterstützt eine große Mehrheit der betroffenen Beschäftigten von Charité, Vivantes und den Vivantes-Tochterunternehmen (Cha/Vantes) die Tarifbewegung: 8.397 Beschäftigte haben eine entsprechende Petition unterzeichnet (https://rb.gy/gtwp6j, https://rb.gy/lmfrqw). Diese haben sie heute den Arbeitgebern und der Politik überreicht. Auch zahlreiche Ärztinnen und Ärzte von Vivantes und der Charité stellen sich hinter die Berliner Krankenhausbewegung und haben einen entsprechenden Unterstützungsaufruf (https://rb.gy/g8bxkg) veröffentlicht.

Ihre Erwartungen haben die Krankenhausbeschäftigten heute vor dem Roten Rathaus eindrucksvoll mit vielen hundert Krankenhausbeschäftigten und Berliner*innen deutlich gemacht. Sie erwarten bei Charité und Vivantes einen Tarifvertrag, der für alle Bereiche und Stationen klare Personalbesetzungen und einen Belastungsausgleich bei Unterschreitung festschreibt. Für die Vivantes Töchter geht es um einen Tarifvertrag, der nicht nur TVöD verspricht, sondern auch beinhaltet. Sollte dies in den nächsten 100 Tagen nicht geschehen, behalten sie sich vor, einen Monat vor den Abgeordnetenhauswahlen einen Arbeitskampf auszurufen.

Quelle: ver.di Berlin-Brandenburg – 100 Tage Zeit – sonst Streik