„Die hessischen Unternehmen im Groß- und Außenhandel/Verlage hätten eigentlich keinen Grund, ihre Lage schlecht zu reden. Doch offenbar sind sie ‚gepolt‘, wie andere Arbeitgeber die Corona-Krise als Gelegenheit für schlechte Tarifabschlüsse zu nutzen. Selbst eine eigene Umfrage des unternehmerischen Bundesverbandes stellte fest, dass drei Viertel der Unternehmen während der Corona-Pandemie keine staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen mussten. Vielmehr zeichnet sich die Branche durch beste Gewinne aus; bei Rewe beispielsweise 2020 um 34 Prozent höher als im Vorjahr“, berichtet Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Verhandlungsführer für den hessischen Einzel- und Versandhandel: „Und dennoch waren sie nicht bereit, bei den heutigen Tarifverhandlungen ein konkretes Angebot zur Erhöhung der Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen vorzulegen. Und die von ver.di vorgeschlagene Allgemeinverbindlicherklärung der Tarifverträge wurde grundsätzlich abgelehnt. So kommen die Verhandlungen nicht von der Stelle und werden auch nicht den deutlich gestiegenen Leistungen der Beschäftigten gerecht.“ Die Tarifverhandlungen werden am 14. Juni 2021 in Frankfurt fortgesetzt.

Forderungen der ver.di:

  • Erhöhung der Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen um 4,5 Prozent plus 45 Euro
  • Allgemeinverbindlichkeit für alle Branchentarifverträge, die dann für alle Unternehmen im Groß- und Außenhandel/Verlage gelten würden.

Quelle: ver.di Hessen – 1.Tarifverhandlung Groß-und Außenhandel/Verlage Hessen