Die Warnstreiks im nordrhein-westfälischen Einzelhandel werden weiter fortgesetzt. Am Mittwoch (19.5.) legen Beschäftigte in Bochum, Bottrop, Essen, Oberhausen, dem Kreis Recklinghausen sowie im Münsterland ihre Arbeit nieder. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hatte bereits Betriebe in Köln (11.5.), Hagen und Hamm (12.5.), Ratingen (14.5.) und am Niederrhein (17.5.) zu Warnstreiks aufgerufen. Dazu erklärte Verhandlungsführerin Silke Zimmer: „Die Beschäftigten haben bereits eindrucksvoll gezeigt, dass sie auch in der jetzigen Situation bereit sind, ihren Protest auf die Straße zu bringen. Das setzen wir nun fort und halten den Druck weiter aufrecht. Die Beschäftigten haben ein faires erstes Angebot verdient!“

ver.di fordert für die rund 700.000 Beschäftigten des Einzelhandels 4,5 Prozent plus 45 Euro mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung und ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Außerdem fordert ver.di von den Arbeitgebern die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

„Trotz der Pandemie und den damit verbundenen Sorgen vor Ansteckungen halten die Beschäftigten den Laden unermüdlich weiter am Laufen. Die Wertschätzung, die zu recht im Vorfeld von großen Teilen der Gesellschaft getragen wurde, soll nun aber nicht in reale Verbesserungen umgewandelt werden. Der Einzelhandel konnte 2020 das stärkste Umsatzplus seit 1994 verbuchen. Deshalb fordern wir jetzt eine Entgelterhöhung für die Beschäftigten. Respekt und Anerkennung müssen sich durch eine Erhöhung der Löhne bemerkbar machen, die die Menschen vor Altersarmut schützt. Das wäre echte Wertschätzung!“, so Zimmer weiter.

Die Verhandlungen im Einzelhandel werden am 27. Mai fortgesetzt.

Quelle: ver.di NRW – Tarifrunde Einzelhandel NRW: Warnstreiks gehen im Ruhrgebiet und im Münsterland in die Verlängerung