Mit einer Forderung von einem Euro mehr je Arbeitsstunde für alle Gehälter und Löhne, einem Sachsenzuschlag zur Angleichung an andere Tarifgebiete und einer Anhebung der Azubivergütungen um 70 Euro im Monat ist ver.di am 17.05.21 in die Tarifverhandlung für die rund 40.000 Beschäftigten im Groß- und Außenhandel und im genossenschaftlichen Großhandel in Sachsen eingestiegen. Die Arbeitgeber haben die Forderung als viel zu hoch zurückgewiesen.

Die Forderung nach einer gemeinsamen Beantragung einer Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Großhandel wurde auch kategorisch abgelehnt.

„Ich bin stinksauer, trotz steigender Umsätze in 2020 unterbreiteten die Arbeitgeber kein Angebot. In Sachsen stiegen die Umsätze nominal um 2,4 % zum Vorjahr und real um 4,8 %, im Bundesgebiet hingegen ist der Umsatz nominal um 0,4 % zum Vorjahr rückläufig und real um 1,8 % gestiegen. Somit hat Sachsen eine bessere Entwicklung als das Bundesgebiet. Trotzdem kamen die Arbeitgeber mit leeren Händen. Wir werten das als Zeichen von Respektlosigkeit, keiner Wertschätzung und keiner Würdigung der Leistungen der Beschäftigten“, sagt Sylke Hustan, Verhandlungsführerin für ver.di.

Die Kolleginnen und Kollegen im Großhandel erbringen trotz bzw. wegen Corona überdurchschnittliche Leistungen, gäbe es sie nicht, blieben die Supermärkte und Apotheken leer und auf den Baustellen würde sich auch kein Rad mehr drehen. Deshalb sei es nur gerecht, ein verhandlungsfähiges Angebot zu unterbreiten. Diese Ignoranz könne nur mit betrieblichen Aktionen beantwortet werden.

Die nächste Tarifverhandlung findet am 22. Juni 2021 in Dresden statt.

Quelle: ver.di Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen – Kein Angebot der Arbeitgeber in der ersten Tarifverhandlung