Zum zweiten Mal steht der 1. Mai im Zeichen der Pandemie, zum zweiten Male sind die Maiveranstaltungen abgesagt worden bzw. können nur unter stark eingeschränkt stattfinden. „ver.di betrachtet die gegenwärtige Krise mit großer Sorge. Seit fast einem Jahr sind verschiedene Branchen, die wir vertreten, teilweise oder komplett im Lockdown. Dazu gehören zum Beispiel die Veranstaltungsbranche, die Tourismus- und Freizeitbranchen, Teile des Verkehrssektors. Weite Teile des Einzelhandels sind ebenfalls seit längerer Zeit geschlossen. Wir befürchten, dass es in diesen und auch anderen Branchen zu Unternehmenspleiten und Personalabbau kommen wird. Wir beobachten, dass die staatlichen Unterstützungen an vielen Stellen nicht ausreichen und vermutlich die drohenden Pleitewellen nicht verhindern können“, sagt ver.di-Landesbezirksleiter Frank Wolf.

Zunehmend schwieriger wird auch die Situation in den Kranken- und Pflegebereichen. Von dort mehren sich die Signale, dass aufgrund der anhaltenden hohen Arbeitsbelastung immer mehr Beschäftigte über einen Ausstieg aus der Branche und einen Berufswechsel nachdenken. „Wenn dieser Trend anhält, wäre das für die Gesundheits- und Pflegeberufe eine Katastrophe, denn schon vor der Pandemie herrschte hier auch in Berlin akuter Fachkräftemangel. ver.di fordert daher von den politisch Verantwortlichen ein stärkeres Engagement zugunsten der Beschäftigten, mehr Anerkennung, die sich in verbesserten Arbeits- und Einkommensbedingungen widerspiegeln muss“, so Frank Wolf.

Durch die Corona-Krise verändert sich die Arbeitswelt immer schneller und sehr tiefgreifend. Die Pandemie wirkt hier wie ein Beschleuniger für die Digitalisierung. Das digitale Arbeiten bringt den Beschäftigten zwar auch Vorteile, ist aber auf der anderen Seite mit starken Veränderungen verbunden. „Wir müssen uns auf neue Arbeitsweisen, neue Technik, neue Software und neue Anforderungen einstellen. Aber wir als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen die Veränderungen nicht wortlos hinnehmen. Wir können mitgestalten und mitbestimmen. Wir können dafür sorgen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht der Willkür von Arbeitgebern ausgesetzt sind. Wir können dafür sorgen, dass vernünftige Fort- und Ausbildungen angeboten werden, damit die Kolleginnen und Kollegen für die neuen Anforderungen am Arbeitsplatz fit gemacht werden“, sagt Frank Wolf.

Nicht zuletzt steht ver.di auch weiterhin für bessere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen. Starke Gewerkschaften kämpfen für die Interessen der Beschäftigten. Solidarität zu zeigen, ist daher auch am 1. Mai 2021 wichtig.

Quelle: ver.di Berlin-Brandenburg – Erster Mai 2021 zum zweiten Mal im Zeichen der Pandemie