„Wenn die Arbeitgeber bei der heute beginnenden zweiten Verhandlungsrunde für die öffentlichen Dienste der Länder wieder ohne ein Angebot kommen, werden damit Streiks und gewerkschaftliche Aktionen wahrscheinlich. Auch in Berlin und Brandenburg werden die Beschäftigten entsprechend reagieren“, erklärte heute Andrea Kühnemann, stellvertretende Leiterin des ver.di-Landesbezirks Berlin-Brandenburg. Am heutigen Montag, 1. November 2021 findet in Potsdam die zweite Tarifverhandlungsrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder statt. Das erste Treffen der Verhandlungspartner war bereits am 8. Oktober 2021 in Berlin.

Verhandlungsführer der Länder ist Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU). „Viele Beschäftigte sind über das Verhalten der Arbeitgeber sehr verwundert. Reinhold Hilbers spricht von lediglich temporären Leistungen der Beschäftigten in der Coronakrise und wertet somit die Arbeit der Beschäftigten ab. Solche Äußerungen provozieren zusätzlich“, so Andrea Kühnemann.

Von den Tarifverhandlungen sind auch die Beschäftigten beim Berliner Senat und den Bezirksämtern sowie die Landesbeschäftigten in Brandenburg, die Hochschulen sowie weitere zahlreiche nachgeordnete Einrichtungen betroffen.

Die Forderungen der Gewerkschaften in dieser Tarifrunde sind:

• Erhöhung der Tabellenentgelte um 5 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich.

• Erhöhung der Tabellenentgelte für Beschäftigte im Gesundheitswesen um 300 Euro.

• Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden, Studierenden und Praktikanten um 100 Euro monatlich.

• Laufzeit des Tarifvertrages: 12 Monate.

• Verlängerung der Vorschrift zur Übernahme der Auszubildenden.

ver.di führt die Tarifverhandlungen gemeinsam mit den DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) betreffen rund 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte (940.000 Vollzeitstellen) und 48.000 Auszubildende im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen). In Berlin-Brandenburg sind von den Verhandlungen rund 200.000 Beschäftigte (ohne Versorgungsempfänger/innen) betroffen. ver.di fordert die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die 1,2 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie rund 880.000 Versorgungsempfänger im Bereich der Länder sowie 175.000 Beamtinnen und Beamte und 120.000 Versorgungsempfänger im Bereich der Kommunen (Angaben ebenfalls ohne Hessen).

Quelle: ver.di Berlin-Brandenburg – Zweite Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder