Heute mehr als 60.000 Metallerinnen und Metaller im Ausstand +++ Erster digitaler Warnstreik in Baden-Württemberg

Weiterhin hohe Bereitschaft zum Warnstreik in der Metall- und Elektroindustrie: In den ersten beiden Wochen nach Ende der Friedenspflicht folgten bundesweit rund 410.000 Beschäftigte dem Aufruf der IG Metall, die Arbeit vorübergehend niederzulegen. Im Rahmen der Warnstreiks fanden weit über 1.500 betriebliche Aktionen statt. „Die hohe Beteiligung zeigt deutlich: Die Beschäftigten stehen sehr klar hinter den Forderungen“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Freitag in Frankfurt. „Die enorme Beteiligung zeigt außerdem: Die IG Metall ist handlungsfähig – auch unter Corona-Bedingungen. Es wird Zeit, dass die Arbeitgeber dieses Signal ernstnehmen und endlich substanzielle Angebote machen.“

Am Verhandlungstisch ist bisher keine Lösung in Sicht. Am heutigen Freitag war die vierte Verhandlungsrunde im Bezirk Mitte ohne Ergebnis beendet worden, so wie bereits am Dienstag die Verhandlungen im Bezirk Baden-Württemberg.

Mit den Warnstreiks wollen die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ihre Forderungen unterstreichen und die Arbeitgeber zu einem fairen Angebot bewegen. Dafür gingen allein am heutigen Freitag rund 61.200 Beschäftigte aus mehr als 250 Betrieben in den Ausstand. Der Schwerpunkt lag heute im Bezirk Baden-Württemberg, wo sich 29.150 Beschäftigte aus 156 Betrieben beteiligten. In der ersten Märzwoche hatten sich rund 250.000 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligt. In dieser Woche sind bis heute, 14 Uhr, weitere 160.000 hinzugekommen. Weitere Warnstreiks folgen heute in den Spät- und Nachtschichten. Auch für die nächste Woche sind wieder bundesweit Warnstreiks und Aktionen geplant.

Aufgrund der Corona-Einschränkungen kann die IG Metall in dieser Tarifbewegung ihre Mitglieder nicht wie gewohnt mobilisieren und muss stattdessen auf neue Aktionsformen ausweichen. So fanden Kundgebungen in Autokinos, in Form von Autokorsos oder als Menschenkette mit Abstand statt. In Baden-Württemberg veranstaltete die IG Metall heute den ersten digitalen Warnstreik: Tausende Beschäftigte hatten sich am Vormittag in den Live-Stream eingewählt und auf diesem Weg die Forderungen der IG Metall in der Tarifrunde unterstützt. Neben Erläuterungen zu den Forderungen, dem Stand der Tarifverhandlungen und Stimmungs- und Aktionsberichten aus vielen verschiedenen Betrieben gab es auch eine Koch-Einlage mit Bezirksleiter und Verhandlungsführer Roman Zitzelsberger.

Die IG Metall will für die mehr als 3,8 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in dieser Tarifbewegung drei Ziele erreichen: Beschäftigung sichern, Zukunft gestalten, Einkommen stabilisieren. Konkret fordert die IG Metall ein Volumen von vier Prozent, das je nach Situation der Betriebe zur Stärkung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen oder zur Finanzierung von Maßnahmen der Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann. Mit Zukunftstarifverträgen sollen passgenaue betriebliche Lösungen gefunden werden, die Zusagen für Investitionen, Standorte, Beschäftigung und Qualifizierung enthalten.

Die nächste Verhandlung findet am Montag, 15. März, um 11 Uhr in Düsseldorf statt. Es handelt sich um die 5. Verhandlungsrunde im Bezirk Nordrhein-Westfalen.

Quelle: IG Metall – 410.000 Beschäftigte seit Ende der Friedenspflicht im Warnstreik