Nachdem die Arbeitgeber des Handelsverbands NRW in der ersten Verhandlungsrunde (5.5.) für die rund 700.000 Beschäftigten des Einzelhandels in NRW kein Angebot unterbreitet haben, erhöht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di NRW) nun den Druck. Am Dienstag (11.5.) kommt es deshalb in der Region Köln/Bonn zu ersten Warnstreiks, u.a. im Lebensmittel- sowie im Möbeleinzelhandel.

Historische Belastung in der Pandemie wird von starkem Umsatz begleitet

„Dass die Arbeitgeber kein erstes Angebot vorgelegt haben, hat die Beschäftigten enttäuscht. Trotz zeitweise geschlossener Geschäfte hat der Einzelhandel das höchste Umsatzwachstum seit 1994 erreicht. Das gilt nicht nur für den Lebensmittelhandel, sondern auch für andere Teilbranchen, wie beispielweise den Elektroeinzelhandel, Baumärkte und den Möbeleinzelhandel. Die Arbeit im Einzelhandel ist äußerst belastend. Das gilt in Zeiten der Pandemie erst recht. Die Beschäftigten stehen jeden Tag im Geschäft und halten den Laden am Laufen“, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer.

„Sie sind tagtäglich mit dem Virus und der Angst vor Ansteckung konfrontiert. Hygienestandards werden nicht immer und überall eingehalten. Trotzdem machen sie unermüdlich weiter und versorgen uns mit allem Lebensnotwendigen. Dafür haben sie eine dauerhafte Verbesserung ihrer Entgelte mehr als verdient. Höhere Entgelte sind der sicherste Schutz vor Armut und Altersarmut. Wer das noch nicht versteht, braucht jetzt ein deutlicheres Zeichen!“

Die Verhandlungen werden am 27. Mai fortgesetzt.

Quelle: ver.di NRW – Erste Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen: „Der Druck muss erhöht werden – Beschäftigte im Einzelhandel verdienen ein Angebot!“